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12.03.2019 | Autor/in: azur Redaktion

Deutsche Bahn – azur100 Top-Arbeitgeber 2019 – Osten

Das sagt die azur-Redaktion

Hier noch jemand zugestiegen? Der riesige Staatskonzern Deutsche Bahn ist immer in Bewegung – und steht vor der Herausforderung, das Unternehmen für die digitale Zukunft gut aufzustellen. Deshalb gibt es innerhalb der Rechtsabteilung seit einiger Zeit die Gruppe Digitales Recht, der mittlerweile sechs Syndizi angehören, die auf einer virtuellen Plattform arbeiten. Wer als Nachwuchsjurist über IT- oder gar Programmierkenntnisse verfügt, ist hierfür klar im Vorteil. Den größten Teil der Arbeit in der Rechtsabteilung machen jedoch weiterhin die klassischen Bereiche wie Bau-, Energie-, Gesellschafts- oder Kartellrecht aus. Wer einsteigen möchte, sollte am besten rund zwei Jahre Berufserfahrung mitbringen. Anfänger sucht die Deutsche Bahn selten.

Ticket fürs Ausland. Referendare und Praktikanten sind indes willkommen und direkt einem Syndikusanwalt zugeordnet – hier ist aktive ­Mitarbeit gewünscht. Ein ehemaliger Praktikant lobte die „vielseitigen Einblicke in eine Rechtsabteilung“ in der azur-Bewerberumfrage. Für Referendare, die aktuelle Fälle bearbeiten und Stellungnahmen verfassen können, gibt es zudem noch ein besonderes Highlight: Regelmäßig dürfen sie Secondments an einem der zahlreichen Auslandsstandorte des Konzerns machen. Vor allem bei der Auslandstochter Arriva oder der Logistiksparte Schenker finden regelmäßige Austausche statt, europaweit, aber auch in Schanghai oder Singapur. Zudem stehen den Referendaren die internen Weiterbildungsseminare für alle Bahnmitarbeiter in Berlin und Frankfurt offen. Diese beinhalten Schulungen und Coachings zu Kommunikationsstrategien oder Zeitmanagement.

Chefpositionen sind rar. Für die Ausbildung der Syndizi greift die Deutsche Bahn neben diesem konzernweiten Angebot auf externe Schulungsangebote zurück, von denen es etwa ein bis zwei pro Jahr gibt. Zudem bieten die Abteilungen Compliance und Revision Schulungsreihen zu fachübergreifenden Themen wie Digitalisierung an. In der azur-Umfrage gibt es nur vereinzelte Rückmeldungen von Bahnsyndizi, die durchschnittliche Noten für die Weiterbildung verteilten. Besuche im Ausland gehören auch für Syndizi dazu – 2018 ging es etwa für eine Juristin drei Monate nach Singapur und Sydney. Wer in Deutschland Karriere machen möchte, hat es – wie viele Kollegen in anderen Rechtsabteilungen – eher schwer. Zwar können auch Syndizi von konzernweiten Personalentwicklungs- und Führungskräfteschulungen profitieren, die Chefpositionen innerhalb der Rechtsabteilungen sind jedoch begrenzt. Einige Syndizi wechseln deshalb zum Karrieremachen in andere Abteilungen.

Frauen sind am Zug. Die Rechtsabteilung ist fast zur Hälfte mit Frauen besetzt, ihr Anteil an Führungspositionen beträgt nach Unternehmensangaben knapp ein Drittel – solche Zahlen kann kaum eine Kanzlei vorweisen. Eine Bahnjuristin lobt in der azur-Umfrage das „konzernweite Frauenförderprogramm“, das offensichtlich Früchte trägt. Bei der Vereinbarkeit von Karriere und Familie profitieren die Syndizi von konzern­eigenen Kindertagesstätten an einigen Standorten. Angebote zur Work-Life-Balance gibt es zudem reichlich: von Homeoffice über Teilzeit bis zu Sabbaticals von bis zu sechs Monaten.

 

Branche: Verkehr und Logistik

Standorte in Deutschland: Berlin, Frankfurt/M. und zehn weitere Standorte

Internationale Präsenz: Die Deutsche Bahn beschäftigt Juristen international an mehr als 20 Standorten. Deutsche Juristen arbeiten projektbezogen etwa in Großbritannien, Südafrika oder China.

Volljuristen in Deutschland: 340 (davon 151 in der Rechtsabteilung)

Frauenanteil in der Rechtsabteilung: 45,0%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: 2

Neueinstellungen Volljuristen 2019: 10 bis 15

Referendarplätze 2019: 10         

Praktikumsplätze 2019: 4

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: maximal 1.000 Euro/Monat

Syndikusanwälte

  1. Jahr: 75.000 bis 85.000 Euro plus Bonus bis 15.000 Euro
  2. und 3. Jahr: keine Angaben

Die redaktionellen Arbeitgeberbewertungen geben den Stand der Druckausgabe von azur100 2019 wieder (Erscheinungstermin: 14. März 2019) und werden nicht laufend aktualisiert.
Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.