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06.03.2019 | Autor/in: azur Redaktion

Cleary Gottlieb Steen & Hamilton – azur100 Top-Arbeitgeber 2019 – Platz 50

Das sagt die azur-Redaktion

Anspruchsvolle Arbeit auf globaler Ebene. Die Paradedisziplin von Cleary ist die Internationalität. Junge Juristen, die bei der Kanzlei einsteigen, setzen sich ab dem ersten Tag mit Rechtsfragen aus aller Welt auseinander und stehen in engem Austausch mit ihren Kollegen in ausländischen Büros. Die Associates unterstreichen dies in der azur-­Associate-Umfrage und vergeben Bestnoten zur Internationalität ihrer Arbeit. Ähnliches gilt für das Niveau ihrer Arbeitsinhalte, auch hier gibt es sehr gute Noten von den Associates. Das spiegelt sich auch in den Gehältern wider: Cleary gehört weiterhin zu den Top-Zahlern im Markt – und entsprechend überdurchschnittlich zufrieden sind die Teilnehmer der azur-Umfrage beim Thema Geld.

Den Nachwuchs früh fördern. Praktikanten bindet Cleary von Beginn in den Kanzleialltag ein: Ihnen steht ein Associate als Mentor zur Seite, und sowohl im Arbeitsalltag als auch am Ende des Praktikums gibt ­ihnen ein Partner abschließendes Feedback. In der azur-Bewerberumfrage beschreiben Teilnehmer das Praktikum als „sehr informativ“ und „lehrreich“. Noch stärker engagiert sich Cleary bei der Ausbildung von ­Referendaren. Sie erhalten neuerdings Gutscheine, um an fünf frei wählbaren Kaiser-Seminaren teilnehmen zu können. In der Wahlstation können Referendare auf Wunsch auch über den deutschen Tellerrand hinausschauen und die Stage in einem der ausländischen Cleary-Büros absolvieren. Wie Praktikanten werden auch sie während ihres Referendariats von einem Mentor betreut. Und ebenso wie auch für Praktikanten besteht für sie nach ihrer Zeit bei Cleary weiter die Möglichkeit, an bestimmten Veranstaltungen teilzunehmen. In der azur-Bewerberumfrage lobt ein ehemaliger Referendar die „gute Einbindung ins Team“.

Ausbildung mit internationalem Radius. Die hohe Internationalität von Cleary findet ihren Niederschlag auch in der Ausbildung. So können ­Associates auf Wunsch während ihrer Ausbildung für ein Jahr in einem der ausländischen Büros tätig sein. Für den Erwerb eines LL.M.-Ab­schlusses können sich Associates freistellen lassen, bei Bedarf gibt es zudem Unterstützung in Form eines Darlehens. Ansonsten bietet die Kanzlei – vergleichsweise marktüblich – interne ­Kurse ebenso zu Soft Skills wie zu fachlichen Kompetenzen an. Einen Fokus legt Cleary hierbei auf Finanzmarktthemen, wie Unternehmensbewertungen und Finanz­analysen. Verstärkt hat die Kanzlei außerdem ihr digitales Fortbildungsprogramm: Durch E-Learning-Angebote können die Associates ihr Wissen zu unterschiedlichen Themen, wie zuletzt etwa der DSGVO, vertiefen. Sie können live an Webinaren, Videokonferenzen oder Fachvorträgen teilnehmen und diese bei Bedarf auch nachträglich aufrufen. Die Associates sind laut azur-Umfrage mit ihren Weiterbildungsmöglichkeiten einigermaßen zufrieden, verteilen aber etwas schlechtere Noten als im Marktdurchschnitt.

Ungetrübt gutes Betriebsklima. Auch wenn die Arbeitszeit pro Woche bei Cleary mit rund 53 Stunden laut azur-Umfrage minimal unter dem Marktdurchschnitt aller Kanzleien liegt, stufen die Associates ihre Arbeitsbelastung als eher hoch ein und sind mit der Work-Life-Balance eher unzufrieden. In puncto Vereinbarkeit von Karriere und Familie variiert die Meinung der Associates: Während einige hier gute Noten verteilen, gibt es aus Sicht anderer noch Verbesserungsbedarf. Zwar unterstützt Cleary flexible Arbeitszeitmodelle wie Teilzeit, allerdings fehlt es an Vorbildern. Von den derzeit zehn Partnern arbeitet keiner in Teilzeit. Dafür hat die Kanzlei kürzlich die Zusammenarbeit mit einem Familienservice verstärkt und erleichtert so ihren Mitarbeitern den Zugang zu Kitaplätzen. Vor allem eins ist bei Cleary stimmig: Mit dem Betriebsklima sind die Associates laut azur-Umfrage überdurchschnittlich zufrieden.

Wenig Hoffnung auf Partnerschaft. Ein Schulungsprogramm für die Partner sollen diese besser in die Lage versetzen, Associates auf ihrem Karriereweg zu begleiten. Die jungen Juristen erhalten kontuierliches Feedback nach jedem Deal und führen jährliche Reviewgespräche mit zwei Partnern. Diese individuelle Beratung kommt gut an: Laut azur-­Umfrage sind die Associates mit der Personalführung und der Kommunikation ihres Arbeitgebers rundum zufrieden. Das gilt jedoch nicht für die Partnerchancen: Diese schätzen sie im Marktvergleich als sehr gering ein und verteilen hierfür entsprechend schlechte Noten.

„Sehr internationale Atmosphäre“

„Tolles, junges Team“

„Neu und super für unsere Referendare sind die ­Kaiser-Seminare“

„Es gibt so gut wie keine Partnerchancen“

„Die Stimmung in Frankfurt könnte besser sein“

„Interessante, internationale Fälle, sehr ­renommiertes Team“

„Karrierechancen sind gleich null“

„Die Arbeitsbelastung dort ist extrem, es herrscht hoher Druck“

▪ Enge Betreuung von Praktikanten und Referendaren durch Mentoren und frühes Feedback

▪ Teilnahme an frei wählbaren Kaiser-Seminaren

▪ Gut gepflegtes Alumni-Netzwerk

▪ Internes Fortbildungsprogramm zu ­Finanzmarktthemen

▪ Flexibles Lernen durch internationale E-Learning-Angebote

▪ Zusammenarbeit mit einem Familienservice und Vermittlung von Kitaplätzen

Angehende Associates führen zur Bewerbung mehrere aufeinander folgende Einzelgespräche. Diese werden mit Partnern und Associates sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch geführt. Das Gesamtverfahren nimmt einen Tag in Anspruch. Die Kanzlei verlangt von Bewerbern überdurchschnittliche Staatsexamina, allerdings ist ein Doppel­prädikat kein absolutes Muss. Zusätzliche Qualifikationen wie eine ­Promotion oder ein LL.M. sind gerne gesehen, aber nicht zwingend vor­geschrieben. In der azur-Bewerberumfrage beschreiben Teilnehmer das Gesamtverfahren als „intensiv“ und „sehr professionell“.  

Standorte in Deutschland: Frankfurt und Köln

Umsatz in Deutschland 2017/18: 47,1 Millionen Euro

Umsatz pro Berufsträger in Deutschland 2017/18: 772.000 Euro

Internationale Präsenz: Die aus den Vereinigten Staaten stammende Kanzlei ist im Markt für ihre hohe Internationalität bekannt. Neben den USA und Deutschland hat Cleary weitere Standorte, etwa in London, ­Paris, Brüssel, Mailand, Rom und Moskau.

Aktuelle Entwicklungen: International gehört M&A zu den Parade­disziplinen von Cleary, in Deutschland stach zuletzt aber vor allem wieder die sehr renommierte Kartellrechtspraxis hervor. Die Kartellrechtler verteidigen zum Beispiel das Internationale Olympische Komitee vor dem Bundeskartellamt wegen vermeintlich marktmissbräuchlicher Vorgaben für Sportler. Der deutschen M&A-Praxis gelingt die Vernetzung mit den herausragenden Transaktionspraxen in den USA und Frankreich immer besser, wie die gemeinsame Arbeit für Goodyear, Alstom oder Accor zeigt. Insgesamt konnte Cleary ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöhen.

Renommee: weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

 

Anwälte in Deutschland: 10 Vollpartner, 4 Senior Attorneys, 4 Counsel, 42 Associates und 5 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 32,3%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: keine

Neueinstellungen Volljuristen 2019: 10 bis 15

Referendarplätze 2019: 30 bis 35            

Praktikumsplätze 2019: 15 bis 20

 

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 650 Euro/Wochenarbeitstag (vor dem 1. Examen), 900 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen), 1.200 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 2. Examen)

Referendare: 900 Euro/Wochenarbeitstag; max. 4.500 Euro/Monat

Associates

  1. Jahr: 125.000 Euro plus Bonus bis 12.500 Euro
  2. Jahr: 135.000 Euro plus Bonus bis 13.500 Euro
  3. Jahr: 145.000 Euro plus Bonus bis 14.500 Euro
  4. Jahr: 155.000 Euro plus Bonus bis 15.500 Euro
  5. Jahr: 165.000 Euro plus Bonus bis 16.500 Euro
  6. Jahr: 180.000 Euro plus Bonus bis 18.000 Euro

Ab dem sechsten Berufsjahr ist ein Aufstieg in die Partnerschaft möglich. Cleary hält hierbei am klassischen Partnerstatus fest und unterteilt diese nicht in verschiedene Stufen. Als alternative Karrierewege können Associates eine dauerhafte Anstellung als Senior ­Attorney oder Counsel anstreben. Ein Aufstieg zum Partner ist hier weiterhin noch möglich. Ihre Chancen auf die Partnerschaft schätzen die Associates in der azur-Umfrage jedoch als gering ein. Aufgrund der internationalen Strukturen können bei Cleary nur Anwälte Partner werden, welche die weltweit gültigen Kriterien der Kanzlei erfüllen – inklusive hoher, an den US-Standards ausgerichteten Umsatzerwartungen. Cleary hält weiterhin am Lockstep als Vergütungssystem fest und bezahlt ihre Partner einheitlich nach ihrer entsprechenden Senioritätsstufe, unabhängig vom individuellen Umsatz. Dies soll gewährleisten, dass alle Cleary-Anwälte in den Mandaten eng zusammenarbeiten, ohne individuelle finanzielle Interessen zu verfolgen.

Die redaktionellen Arbeitgeberbewertungen geben den Stand der Druckausgabe von azur100 2019 wieder (Erscheinungstermin: 14. März 2019) und werden nicht laufend aktualisiert.
Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.