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06.03.2019 | Autor/in: azur Redaktion

Bundeszentralamt für Steuern – azur100 Top-Arbeitgeber 2019 – Steuerrecht

Das sagt die azur-Redaktion

Nicht nur Steuerrecht. Als staubtrocken und langweilig verschrien, genießen Behörden als Arbeitgeber einen mitunter zweifelhaften Ruf. Dabei ist die Tätigkeit im Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) zum Teil hochpolitisch und vielfältig, etwa wenn es um den Umgang mit umstrittenen Steuersparmodellen geht. Stark ausgebaut wird momentan die Bundesbetriebsprüfung, und viel Personal bedeutet auch Führungsverantwortung – hier kommen die Juristen ins Spiel. Sie steigen als Referenten ein und haben Personalverantwortung vom ersten Tag an. Vor allem beschäftigen sie sich in den drei Abteilungen für Steuern und den drei Abteilungen für Betriebsprüfungen mit steuerrechtlichen Belangen. In einem der Querschnittsreferate, in denen unter anderem das Justiziariat, die Personalabteilung sowie Aus- und Fortbildungsthemen angesiedelt sind, sind Juristen aber auch mit Verwaltungsaufgaben und Rechtsgebieten wie Arbeitsrecht, Architekten- und Baurecht betraut.

Flexible Arbeitszeiten. Auch wenn die Aufgabenfelder vielfältig sind, taugt das Gehalt nicht unbedingt als Lockmittel. Dafür kann das BZSt mit anderen Faktoren punkten. Juristen arbeiten 41 Stunden pro Woche bei einer sehr großzügigen Homeoffice-Regelung mit nur zwei Tagen Anwesenheitspflicht und flexiblen Arbeitszeitmodellen. So können Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit frei einteilen – und das zwischen 6 und 20 Uhr. Überstunden werden in Form von Freizeit ausgeglichen. Mehr als die Hälfte der im BZSt tätigen Juristen ist weiblich, und immerhin knapp 40 Prozent Frauen leiten ein Referat. Von einem derart hohen Anteil an weiblichen Führungskräften können die meisten Großkanzleien nur ­träumen.

Referendare bekommen vielfältigen Einblick. Bewerber sollten sowohl im ersten als auch im zweiten Staatsexamen jeweils mindestens ein ­befriedigendes Ergebnis oder in Summe 15 Punkte mitbringen. Wer die Notenvorgaben nicht erfüllt, kann dies mit Erfahrung in einer Landes­finanzverwaltung oder einer ähnlichen Behörde ausgleichen. Gern gesehen sind zudem Juristen mit Stallgeruch. In der Regel absolvieren sie ihr Referendariat im Zuge der Verwaltungsstation. Während der drei Monate steht ihnen ein Mentor zur Seite. Sie durchlaufen mehrere der insgesamt rund 70 Referate (die es etwa innerhalb der Abteilungen für Steuern oder der Bundesbetriebsprüfung gibt) und können dabei auch Wünsche äußern. Darüber hinaus lernen Referendare nicht nur das Haus kennen, sondern werden auch mal zu Gericht geschickt. Auch für Praktikanten gibt es die Möglichkeit, in mehrere Referate reinzuschnuppern.

Diverse Stationen und Kurse für Mitarbeiter. Jeder Jurist, der einen Posten als Beamter anstrebt, durchläuft während der beamtenrechtlichen Probezeit von drei Jahren eine einjährige Einweisungszeit als Sachgebietsleiter im Finanzamt eines Bundeslandes. Zusätzlich müssen die Mitarbeiter die sogenannte OPH-Stage (Organisation, Personal, Haushalt) absolvieren. Neben dem Einsatz in diversen Referaten arbeiten Einsteiger sechs Monate im Querschnittsreferat. Hinzu kommen Lehrgänge an der Bundesfinanzakademie. Ansonsten bietet das BZSt Seminare und Kurse an, die mittlerweile fast jede mittelständische Kanzlei im Portfolio hat: etwa jährlich stattfindende Führungskräfte-Workshops sowie externe Weiterbildungsmöglichkeiten, z.B. für Kommunikation, Personalführung, Konfliktberatung, Moderation sowie Sprachseminare.

Standorte in Deutschland: Bonn (Sitz des Rechtsamts), Berlin, Schwedt und Saarlouis

Internationale Präsenz: Auch wenn das BZSt eine deutsche Behörde ist, arbeiten einige Mitarbeiter in der Betriebsprüfung im Rahmen von Joint Audits auch mit ausländischen Kollegen zusammen.

Mitarbeiter in Deutschland: 2.300 (davon 131 Juristen)

Frauenanteil unter den Juristen: 54,0%

Neueinstellungen Volljuristen 2019: 5 bis 15

Referendarplätze 2019: 5            

Praktikumsplätze 2019: 12

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: keine Zusatzvergütung

Beamte/Juristen

1. bis 3. Jahr: ca. 54.000 Euro

Die redaktionellen Arbeitgeberbewertungen geben den Stand der Druckausgabe von azur100 2019 wieder (Erscheinungstermin: 14. März 2019) und werden nicht laufend aktualisiert.
Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.