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12.03.2019 | Autor/in: azur Redaktion

Blomstein – azur100 Top-Arbeitgeber 2019 – Platz 45

Das sagt die azur-Redaktion

Wie eine glückliche Familie. Rund drei Jahre nach seiner Gründung ist der Freshfields-Spin-off eine feste Größe am Markt. Auch namhafte Unternehmen setzen im Kartell-, Vergabe- und Außenwirtschaftsrecht auf das kleine Team. Das bringt spannende Mandate auf Großkanzleiniveau. Gleichzeitig ist es der jungen Kanzlei gelungen, den Charakter eines Start-ups zu bewahren. Die Teilnehmer der azur-Associate- und -Bewerberumfragen loben unisono die „lockere und familiäre Atmosphäre“, in der die Partner allen Berufsträgern und Mitarbeitern „auf Augenhöhe“ und „mit Wertschätzung“ begegnen. Neben dem Betriebsklima vergeben die Associates Bestnoten für das Arbeitsniveau sowie die Gleichbehandlung unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung und Herkunft. Entsprechend begeistert fallen ihre Kommentare aus: „Bester Arbeitgeber unter den Kanzleien in Berlin“, schreibt ­einer, „beste Entscheidung, dort anzufangen“, ist ein anderer überzeugt.

Umfangreiches Ausbildungspaket. In den ersten Jahren steht, ähnlich wie bei vergleichbaren Kanzleien, die Arbeit am Mandat im Mittelpunkt der Associate-Ausbildung. Flankiert wird diese von regelmäßigen internen Treffen, bei denen die Anwälte aktuelle Mandate diskutieren. Zudem nehmen Associates an externen Fachseminaren und Konferenzen, etwa beim Bundeskartellamt oder Bundeswirtschaftsministerium, sowie monatlichen Webinaren teil. Die nötigen Soft Skills erlernen die Junganwälte einmal im Jahr in Seminaren der Bucerius Academy. Was genau dabei auf dem Stundenplan steht, entscheidet der Associate gemeinsam mit seinem Partner je nach individuellem Bedarf und Ausbildungsstand. ­Darüber hinaus fördert Blomstein bei gemeinsamen Wochenendver­anstaltungen mit externen Trainern, etwa zum Thema Strategie und Business Development, neben der Aus- auch die Teambildung.

Eigenständiges Arbeiten im Fokus. Schon früh sollen die Associates sich ein eigenes Netzwerk aufbauen. Dafür besuchen sie regelmäßig ­nationale und internationale Tagungen. Teilnehmer der Associate-Umfrage loben die Möglichkeit, sich dort mit Vorträgen und Publikationen „einen ­Namen zu machen“ sowie die „gute Betreuung“ bei der Arbeit daran. Neuerdings organisiert die Kanzlei zudem Veranstaltungen mit ­anderen Berliner Boutiquen, bei denen die Anwälte Einblicke in Rechtsgebiete wie Arbeits-, Gesellschafts- oder IP-Recht erhalten. Das unternehmerische Denken ihrer Associates fördert Blomstein mit einem ­Bonussystem: Wer eigene Mandanten akquiriert, erhält einen Bonus zwischen 5.000 und 15.000 Euro, je nach Umsatz, den ein Mandant bringt.

Neues Programm für Referendare. In diesem Jahr hat Blomstein ihre Referendarausbildung, die bisher eher dem Marktdurchschnitt für kleine Kanzleien entsprach, strukturiert und erweitert. Wie bisher steht die ­enge Einbindung in die Mandatsarbeit im Vordergrund. Darüber hinaus nehmen die angehenden Juristen an den Fachveranstaltungen und Webinaren der Associates teil. Auch Soft Skills stehen neuerdings auf dem Programm, etwa Verhandlungstechniken. Um den Referendaren einen breiten Einblick in juristische Berufsbilder zu ermöglichen, lädt Blomstein mehrmals im Jahr Richter, Inhouse-Counsel, Juristen aus Ministerien oder Anwälte aus anderen Rechtsgebieten ein. Hierbei dürfen auch Praktikanten teilnehmen, deren Ausbildung ansonsten vergleichbar mit dem Angebot ähnlich großer Wettbewerber ist. Sie durchlaufen die einzelnen Rechtsgebiete, werden in die Mandatsarbeit einbezogen und begleiten die Anwälte zum Gericht oder bei Terminen im Bundeskartellamt.

Karaoke und Kegeln. Mit 51 Wochenarbeitsstunden arbeiten die Blomstein-Associates laut azur-Umfrage knapp drei Stunden weniger als der Durchschnitt. Dementsprechend fallen ihre Noten für Work-Life-Balance und Arbeitsbelastung insgesamt gut aus. Mit flexiblen Teilzeitmodellen und Homeoffice reagiert Blomstein zudem auf die individuellen Lebensentwürfe ihrer Anwälte. So bescheinigen die Associates ihrem Arbeit­geber eine „vorbildhafte und glaubhafte Priorisierung der Familie“ sowie „Verständnis für das Persönliche“. Regelmäßige gemeinsame Mittag­essen und Unternehmungen – etwa Ausflüge im Sommer, ein Karaoke- oder ein Kegelabend – sorgen außerdem für den Ausgleich und den ­Zusammenhalt im Team. So sieht ein Associate seinen Arbeitgeber bei der Work-Life-Balance denn auch „auf einem guten Weg“.

„Wie ein Start-up, ohne dessen Risiken und ­Nachteile“

„Wirklich familiäre Atmosphäre“

„Klares Bekenntnis zur Vereinbarkeit von Karriere und Familie“

„Die Kanzlei könnte sich vielleicht noch ein ­bisschen mehr mit Legal Tech beschäftigen“

„Spin-off mit großem Potenzial“

„Tolles Klima“

„Engagiert und angenehm“

▪ Einblicke in alle Praxisgruppen

▪ Besuche bei Gericht

▪ Einblick in juristische Berufe jenseits der Kanzlei

▪ Soft-Skills-Training an der Bucerius Academy

▪ Bonus für selbstständige Mandantenakquise

▪ Secondments bei Mandanten

keine besonderen Angebote

Wer sich bei Blomstein als Associate bewirbt, kommt um ein Doppel-VB kaum herum. Hierbei macht die Kanzlei nur selten Kompromisse. Gerne gesehen ist zudem eine Zusatzqualifikation wie ein Doktortitel oder ein LL.M. – Letzterer verbunden mit dem Nachweis von Auslandserfahrung und Sprachkenntnissen –, denn gute Englischkenntnisse sind eine weitere Voraussetzung, da vor allem im Außenwirtschaftsrecht internationale Mandate die Regel sind. Selbst wenn keine Erfahrung in den Schwerpunktthemen der Kanzlei nötig ist, sollten Bewerber doch ein generelles Interesse hierfür mitbringen. In einem ersten Gespräch mit einem Partner aus der Praxisgruppe und dem HR-Partner geht es neben der fachlichen Qualifikation auch darum, ob der Bewerber ins Team passt. Das zweite Gespräch besteht häufig aus einem gemeinsamen Mittagessen mit dem gesamten Team, um einander in lockerer Atmosphäre kennenzulernen. Teilnehmer der azur-Bewerberumfrage loben vor allem das „angenehme“ und „offene“ Gesprächsklima sowie die „schnelle Rückmeldung“ der Kanzlei. 

Standort in Deutschland: Berlin

Umsatz in Deutschland 2017: azur liegen keine Informationen vor.

Internationale Präsenz: Blomstein hat zwar keine internationalen ­Büros, arbeitet aber mit ausländischen Kanzleien zusammen. Vor allem im Außenhandelsrecht gehören internationale Inhalte zum Arbeitsalltag.

Aktuelle Entwicklungen: Die kleine Berliner Boutique hat sich in den drei Jahren ihres Bestehens einen beachtlichen Mandantenstamm aufgebaut. Vor allem im Außenwirtschafts- und Vergaberecht genießt ­Blomstein einen guten Ruf. Doch auch den Kartellrechtlern gelang zuletzt ein besonderer Erfolg, indem sie sich als Teil des EU-Monitoring-Teams positionierten, das die Einhaltung der Zusagen überwacht, die Gazprom 2018 nach einer Untersuchung im Gashandel mit Osteuropa abgegeben hat.

Renommee: Weiter zur aktuellen Online-Ausgabe des JUVE Handbuchs

Anwälte in Deutschland: 4 Vollpartner, 6 Associates und 3 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 23,1%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: 1

Neueinstellungen Volljuristen 2019: 1 bis 3

Neueinstellungen weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) 2019: ca. 1

Referendarplätze 2019: 10 bis 12            

Praktikumsplätze 2019: 2 bis 3

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 12 Euro/h (vor dem 1. Examen), 20 Euro/h (nach dem 1. Examen), 26 Euro/h (nach dem 2. Examen)

Referendare: 700 Euro/Wochenarbeitstag

Associates

  1. Jahr: 105.000 Euro
  2. Jahr: 110.000 Euro plus Bonus bis 5.000 Euro
  3. Jahr: 115.000 Euro plus Bonus von 5.000 Euro bis 10.000 Euro
  4. Jahr: 120.000 Euro plus Bonus von 10.000 Euro bis 15.000 Euro
  5. Jahr: 125.000 Euro plus Bonus von 10.000 Euro bis 20.000 Euro
  6. Jahr: 130.000 Euro plus Bonus von 15.000 Euro bis 25.000 Euro

weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) im 1. Jahr: 43.000 Euro

Nach dem siebten Jahr steht die Entscheidung an, wer Partner wird. Um die Associates darauf gut vorzubereiten, setzt Blomstein in der Ausbildung von Anfang an auf eigenverantwortliches Arbeiten an Mandaten, den Aufbau eines eigenen Netzwerks und unternehmerisches Denken. Allerdings ist der Partnertrack bei Blomstein keine zwingende Voraussetzung, um sich langfristig an die Kanzlei zu binden. Up or out gibt es nicht, stattdessen setzt die Boutique bei der Karriereplanung ihrer Associates vor allem auf Flexibilität. Um den individuellen Lebensentwürfen der jungen Anwälte entgegenzukommen, finden ab dem fünften Berufsjahr regelmäßige Feedbackgespräche statt, in denen die Wünsche der Senior Associates in Bezug auf ihre weitere Karriere in der Kanzlei besprochen werden. Wer kein Partner werden will, kann als Counsel in der Kanzlei bleiben, wer ­eine Familie plant, kann individuelle Teilzeitmodelle vereinbaren. Das Modell überzeugt die Junganwälte, die in der azur-Umfrage ihre Partnerchancen insgesamt gut bewerten, auch wenn in der kurzen Zeit des Bestehens der Kanzlei noch keiner die dafür nötige Senioritätsstufe erreicht hat.

Die redaktionellen Arbeitgeberbewertungen geben den Stand der Druckausgabe von azur100 2019 wieder (Erscheinungstermin: 14. März 2019) und werden nicht laufend aktualisiert.
Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.