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12.03.2019 | Autor/in: azur Redaktion

BAFIN – azur100 Top-Arbeitgeber 2019 – Bank- und Finanzrecht

Das sagt die azur-Redaktion

Fordernde Aufgaben. Was die BaFin sagt, ist für die Bank- und Versicherungsbranche mitentscheidend. Für viele Kanzlei- und Unternehmensjuristen steht außer Frage, dass die Behörde „anspruchsvolle Tätigkeiten” bietet: Mehrere externe Juristen beschreiben die BaFin in der azur-Associate-Umfrage als „eine der fortschrittlichsten Behörden mit guter Austattung“, loben die Mitarbeiter als „hoch qualifiziert” und die Arbeitsaufgaben als „interessant und spannend”. Einige Kanzleianwälte attestieren der BaFin aber auch eine „behördentypische Hierarchie” und bemängeln in der azur-Umfrage die „schlechte Bezahlung bei gleichzeitig hohen Anforderungen”.

Dilemma des öffentlichen Dienstes. Die BaFin kann mit den hohen Einstiegsgehältern, die hoch qualifizierte Juristen bei Großkanzleien und vielen Rechtsabteilungen bekommen, nicht konkurrieren – ein Dilemma, denn die Behörde sucht dringend Fachjuristen, die im Arbeitsalltag den Spezialisten aus Kanzleien, Unternehmen und Verbänden ein ebenbürtiges Gegenüber sind und mit den Aufsichtsbehörden europäischer und internationaler Ebene zusammenarbeiten. Aktuell ist der Personalbedarf besonders hoch. Die BaFin will 2019 bis zu 35 Volljuristen und bis zu 15 Wirtschaftsjuristen ohne Staatsexamina einstellen, deutlich mehr als im Vorjahr. Die höhere Zahl von Neueinstellungen speist sich unter anderem aus Positionen, die bislang unbesetzt blieben. Immerhin kann die BaFin mit der Sicherheit einer Beamtenlaufbahn und geregelten Arbeitszeiten von tarifvertraglich geregelten 41 Stunden in der Woche punkten. Damit dürften die BaFin-Juristen deutlich kürzer im Büro sitzen als Associates in Kanzleien. Deren Arbeitsbelastung beläuft sich nach Angaben in der azur-Umfrage auf rund 54 Wochenstunden im Marktdurchschnitt.

Zweimal drei genügt. Referendare können bei der BaFin die Verwaltungs- oder die Wahlstation absolvieren. Dabei bleiben angehende Juristen fest einem Referat der Behörde zugeordnet. Für einen Karrierestart als Volljurist setzt die Behörde zwei Staatsexamen mit der Note befriedigend voraus. Bewerber für den höheren Dienst bittet sie zu einem fachlich geprägten Erstgespräch, einem halbtägigen Assessmentcenter und einer Englischprüfung. Im Alltag kommen die jungen Juristen dann schnell an die heißen Fälle. Das nötige Handwerkszeug bekommen die BaFin-Mitarbeiter über Fortbildungen zum Fachanwalt für Bank- und ­Kapitalmarktrecht, aber auch Seminare bei der Bundesbank, der Europäischen Zentralbank und anderen internationalen Institutionen. Karrierechancen ergeben sich nach den ersten Berufsjahren vor allem durch interne Wechsel, zudem entsendet die BaFin regelmäßig Mitarbeiter zu internationalen Institutionen wie der Europäischen Zentralbank.

Für Familien verbindlich. Wie viele öffentliche Arbeitgeber kann auch die BaFin mit Familienfreundlichkeit punkten: Gleit- und Teilzeit sind selbtsverständlich, Arbeiten von zu Hause ebenso. An beiden Dienststellen in Bonn und Frankfurt hat die Behörde außerdem Kindertagesstätten und Eltern-Kind-Büros. Ein externer Associate aus einer Kanzlei fasst das Image der BaFin in der azur-Umfrage so zusammen: „Perfekte Work-Life-Balance bei gleichzeitig sehr spannender Arbeit.“Associates sind laut azur-Umfrage mit ihrer Ausbildung zwar eher zufrieden, geben aber dafür nicht ganz so gute Noten wie der Marktdurchschnitt. Neben einer höheren Anzahl an Seminaren wünschen sich einige „stärker bei Themen wie Akquise, Management und Strategiefragen einbezogen zu werden“.

Standorte in Deutschland: Bonn, für die Wertpapieraufsicht Frankfurt

Internationale Präsenz: Die deutsche Behörde hat keinen eigenen Auslandsstandort, arbeitet aber bei internationalen Themen eng mit ausländischen Aufsichtsbehörden zusammen.

Mitarbeiter in Deutschland: 2.716 (davon 74,6% verbeamtet; 1.897 davon in Bonn, 819 in Frankfurt)

Frauenanteil in der Rechtsabteilung: 47,0%

Neueinstellungen Volljuristen 2019: 25 bis 35

Neueinstellungen weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) 2019: 10 bis 15

Referendarplätze 2019: 35          Praktikumsplätze 2019: keine

Wissenschaftliche Mitarbeiter: werden nicht beschäftigt

Referendare: keine Zusatzvergütung

Volljuristen

1. Jahr: 50.000 bis 58.300 Euro plus Bonus bis 3.800 Euro

2. und 3. Jahr: 54.700 bis 58.300 Euro plus Bonus bis 3.800 Euro

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.), 1. Jahr: 36.800 bis 42.600 Euro

Die redaktionellen Arbeitgeberbewertungen geben den Stand der Druckausgabe von azur100 2019 wieder (Erscheinungstermin: 14. März 2019) und werden nicht laufend aktualisiert.
Wie kommen die Analysen in azur100 zustande? Lest hier die ausführliche Methodik.