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04.02.2019 | Autor/in: Anika Verfürth
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Geld: Top-Zahler erhöhen Einstiegsgehälter

Zum Jahreswechsel haben die US-Kanzleien Skadden Arps Slate Meagher & Flom und Willkie Farr & Gallagher das Einstiegsgehalt für Associates auf bis zu 140.000 Euro pro Jahr erhöht. Damit rücken sie neben Milbank Tweed Hadley & McCloy und Sullivan & Cromwell unter die Top-Zahler, die in Deutschland mindestens 140.000 Euro Grundgehalt im ersten Berufsjahr ansetzen.

 Im Sommer 2016 rollte die letzte große Welle der Gehaltserhöhungen im deutschen Kanzleimarkt los: Damals waren die Spitzenzahler die gleichen wie heute, die US-Kanzleien. Der Unterschied lag allerdings darin, dass die Spitzengehälter damals bei 125.000 Euro für einen Associate im ersten Berufsjahr lagen.

Seit geraumer Zeit teilten sich aber schon Milbank und Sullivan die Doppelspitze mit 140.000 Euro im ersten Berufsjahr. Dicht gefolgt von Kirkland und Quinn Emanuel Urquhart & Sullivan mit jeweils 135.000 Euro und 131.000 Euro. Willkie zahlte bisher 130.000 Euro fix im ersten Berufsjahr. Skadden macht einen noch größeren Sprung von 125.000 Euro auf die nun neuen 140.000 Euro. 

Sullivan löst sich vom Wechselkurs

Wie schon bisher besteht das Einstiegsgehalt bei Willkie aus zwei Bestandteilen: Zusätzlich zum regulären Fixum von 125.000 Euro bekommt jeder Berufseinsteiger eine einmalige Prämie von 15.000 Euro, um fällige Investitionen in Garderobe, Wohnung und anderes abzudecken. Im zweiten Berufsjahr verdienen Willkie-Associates dann einheitlich 135.000 Euro.

Unangefochten behält allerdings Sullivan den Titel der bestbezahlenden Kanzlei. Denn sie löste im vergangenen Jahr das deutsche Associate-Gehalt vom Wechselkurs des US-Dollars los. Zahlte sie zuvor immer abhängig vom Wert des Dollars umgerechnet circa 145.000 Euro, setzte sie nun das Festgehalt in Deutschland auf 145.000 Euro fest.

Die jüngsten Bewegungen kurbeln zwar den Wettbewerb an der Spitze unter den US-Kanzleien an. Doch eine erneute Welle für den deutschen Markt wird dies wohl kaum auslösen. Verglichen mit dem Großteil der anderen Kanzleien ist eine Anhebung der Associate-Vergütung für die kleineren US-Kanzleien in Deutschland ein schnell bewegter Hebel im anhaltenden Kampf um den hochqualifizierten Nachwuchs. Im Vergleich zu Großkanzleien wie Freshfields Bruckhaus Deringer und Latham & Watkins beschäftigen sie vergleichweise wenige Associates und stellen auch jährlich nur einen Bruchteil neuer Anwälte ein.

Bewerberlage bleibt angespannt

Dennoch wird einmal mehr deutlich, wie angespannt die Lage bei der Nachwuchsgewinnung ist. Wie immer ist mehr Geld eine schnell umgesetzte Idee und es ist mit Sicherheit ein Kriterium, auf das die Bewerber schauen. Doch unter den potentiellen Kandidaten, die sich für die Arbeit in einer Groß- oder US-Kanzlei mit allen Anforderungen, die das mit sich bringt, entscheiden, werden 5.000 Euro oder 10.000 Euro mehr am Ende vermutlich nicht den ausschlaggebenden Unterschied machen. (Anika Verfürth, Norbert Parzinger)

Alle aktuellen Gehälter und Einblicke hinter die Kulissen der Top-Arbeitgeber in Deutschland mit den Ergebnissen der jüngsten azur Bewerber- und Associate-Umfragen erscheinen am 14. März 2019 in der neuen azur100 Top-Arbeitgeber 2019.