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25.09.2018

Diversity: Kanzleien werden immer gemischter

Die Vielfalt der Belegschaft gehört bei Kanzleien zum guten Ton, deshalb investieren viele ein ordentliches Budget in ihre Diversity-Programme. Dies wirkt sich auch positiv auf die Zahl der Anwälte mit Migrationshintergrund aus. Durchschnittlich beschäftigen die Kanzleien rund zwei Prozent mehr Berufsträger mit Migrationshintergrund als noch im Vorjahr, nämlich neun Prozent. Bei einigen mittelgroßen Kanzleien sind es sogar über zwanzig Prozent.

Wie bereits in früheren Erhebungen zeigten sich die Teams einiger US-Kanzleien besonders divers: Bei Shearman & Sterling und Willkie Farr & Gallagher haben mehr als zwanzig Prozent der deutschen Anwälte einen Migrationshintergrund. Auch unter den deutschen Kanzleien und Mittelstandsberatern gibt es einige, bei denen der Anteil deutlich über dem Durchschnitt liegt. So hat beispielsweise ein Viertel der Mitarbeiter von Arqis, Classen Fuhrmann und Lupp + Partner ausländische Wurzeln. Ein kleiner statistischer Ausreißer ist die Berliner Vergaberechtsboutique Soudry & Soudry, wo von vier Berufsträgern zwei einen ausländischen Hintergrund haben.

Linklaters und White & Case, die beiden Kanzleien, zu denen es die meisten Rückmeldungen gab, liegen mit 325 (7,1 Prozent) und 206 (9,1 Prozent) Berufsträgern etwa im Mittelfeld. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Anteil bei Linklaters sogar um zwei Prozent.

Die Zahlen stammen aus einer Umfrage der azur-Redaktion von Ende 2017. Befragt wurden mehr als 200 Kanzleien nach der Anzahl ihrer deutschen Berufstätigen mit Migrationshintergrund. Wie auch im Vorjahr beantworteten nicht alle Kanzleien, die an der Umfrage teilnahmen, die entsprechende Frage, weshalb die azur-Erhebung nur einen Ausschnitt des Kanzleimarkts abbildet: Achtzig Wirtschaftskanzleien mit zwischen 4 und 325 Berufsträgern gaben Auskunft zum Thema Migration.

Gemäß dem letzten Mikrozensus des Statistischen Bundesamts haben circa zwanzig Prozent der Erwerbstätigen in Deutschland einen Migrationshintergrund. Tätig sind die meisten davon laut Studie im produzierenden Gewerbe, Handel und Verkehr. Die öffentliche Verwaltung weist einen vergleichsweise geringen Migrantenanteil von rund sieben Prozent auf. (Helena Hauser)

Die buntesten Kanzleien Deutschlands