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29.05.2018

Berlin: Freshfields plant Service-Center nach Manchester-Vorbild

Nach der Auslagerung von Support-Funktionen in Manchester plant Freshfields Bruckhaus Deringer ein ähnliches Zentrum in Berlin. Dort werden Teams aus Support-Anwälten und IT-Experten die klassischen Freshfields-Büros unterstützen. Damit sollen unter Einsatz von Legal Tech komplexe und datenreiche Abläufe, wie beispielsweise im Dieselskandal, beschleunigt werden.

Die Niederlassung in Manchester, die zunächst als Büro für Verwaltungs- und Sekretariatsaufgaben begann, ist inzwischen genau dort angekommen. 700 Mitarbeiter entwickeln und bedienen effizientere Arbeitsmethoden. Dadurch können viele Projekte intern übernommen werden, anstatt sie an externe Dienstleister abzugeben. Schneller und günstiger will man damit sein, im dauernden Wettstreit um die besten Mandate.

Nun soll das Angebot auch für Kontinentaleuropa ausgebaut werden. Auf Berlin fiel die Wahl aufgrund seiner innovativen IT- und Start-up-Szene, ursprünglich sei auch Paris im Gespräch gewesen, heißt es. Ob der Berlin-Hub direkt mit 100 Stellen starten soll, wie in englischen Medien berichtet, steht nicht fest. Konkrete Zahlen gebe es noch nicht, erklärte Europa-Managing-Partner Helmut Bergmann gegenüber JUVE, auch wenn die Größenordnung für die kommenden Jahre nicht ganz falsch sei. Der genaue Eröffnungszeitpunkt steht noch nicht fest. Bis zum nächsten Jahr will Bergmann mit dem Service-Center jedoch nicht mehr warten.

„Der geplante neue Hub soll aus drei Säulen bestehen: dem Team in unserem existierenden Berliner Büro, dem Legal Services Centre, sowie einer Gruppe für Legal Tech & Innovation“, so Bergmann. Die Teams sollen dabei nicht nur virtuell mit dem Manchester-Büro verknüpft sein, sondern auch eng mit den Büros in Kontinentaleuropa zusammen arbeiten.

Kostendruck und technische Möglichkeiten führen dazu, dass sich auch andere Großkanzleien mit der Gründung von Service-Centern in Deutschland beschäftigten. CMS Hasche Sigle beispielsweise ist mit ähnlichen Plänen in Berlin an den Start gegangen.

Das Berliner Freshfields-Büro ist in den vergangenen Jahren immer weiter geschrumpft, kürzlich war noch der Weggang der drei bekannten Öffentlichrechtler Herbert Posser, Wolf Spieth und Benedikt Wolfers bekannt geworden. Aktuell zählt das Berliner Büro sechs Partner. (Melanie Müller)