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23.02.2018 | Autor/in: azur Redaktion
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Sidley Austin

Top-Arbeitgeber Bayern – azur100 2018

Die Kanzlei auf einen Blick

Standort in Deutschland: München

Internationale Präsenz: Büros in Brüssel, London, Chicago, Hong Kong u.a.

Personalkennzahlen

Anwälte in Deutschland: 10 Vollpartner und 9 Associates

Frauenanteil Anwälte: 10,5%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: keine

Neueinstellungen Volljuristen 2018: 6 bis 10

Referendarplätze 2018: 5 bis 7

Praktikumsplätze 2018: 8

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter:
17 Euro/h (vor dem 1. Examen),
23 Euro/h (nach dem 1. Examen),
35 Euro/h (nach dem 2. Examen)

Referendare: 23 Euro/h

Associates

1. Jahr: bis 125.000 Euro plus Bonus

2. Jahr: bis 130.000 Euro plus Bonus

3. Jahr: bis 140.000 Euro plus Bonus

Von Chicago nach München. Erst seit Anfang 2017 gibt es die US-Kanzlei Sidley Austin in Bayern. Angelockt insbesondere vom starken Private-Equity-Geschäft, eröffnete sie mit einem Kernteam von Kirkland & Ellis und weiteren Quereinsteigern. Das sorgt für Start-up-Atmosphäre, bedeutet für Associates aber auch, dass es noch keine ausgefeilten Ausbildungsprogramme gibt. Vieles befindet sich noch in der Entwicklung. Darum steht das Lernen in der täglichen Mandatsarbeit an erster Stelle. Berufseinsteiger begleitet ein Mentor bei ihrem Einstieg in den Beratungsalltag. Daneben schult die Kanzlei ihre Associates in externen und internen Fortbildungen etwa zu betriebswirtschaftlichen Fragen. Fachliches lernen sie dann zum Beispiel in alle zwei Wochen stattfindenden Treffen: Hier stellen Associates aktuelle Urteile vor, und Partner halten Fachvorträge. Einmal im Jahr reisen die deutschen Associates für eine Fortbildung zusammen mit ihren internationalen Kollegen in die USA. Erfahrene Associates können auch ein Secondment an einem der ausländischen Sidley-Standorte absolvieren. Mit diesem Angebot deckt Sidley Austin die Basics der anwaltlichen Ausbildung ab. Wettbewerber wie Goodwin Procter, die auch erst seit Kurzem in Deutschland sind, bieten im Vergleich allerdings schon ein ausgefeilteres Ausbildungsprogramm.

azur Urteil Sidley Austin

Referendare und Praktikanten als Teil des Teams. Auch Referendare, Praktikanten und wissenschaftliche Mitarbeiter bindet die Kanzlei in die tägliche Mandatsarbeit ein. Einen eigenen Ausbildungsablauf, wie ihn zahlreiche Wettbewerberkanzleien mit Inhalten bis hin zur Examensvorbereitung bieten, hat Sidley Austin hier allerdings noch nicht etabliert. Jeder Referendar bekommt zur Unterstützung einen Mentor, meist ein erfahrener Associate. Auch die internen Fortbildungsveranstaltungen für Anwälte stehen den Praktikanten und Referendaren offen.

Der Weg zur Partnerschaft. Ab dem achten Berufsjahr steht den Associates der Weg in die Partnerschaft offen. Wer dann am Ende aber wirklich Partner wird, hängt zum einen davon ab, wie viele eigene Mandantenbeziehungen die Associates aufgebaut haben. Zum anderen ist es wichtig, dass die Partnerschaftsanwärter gut vernetzt sind, sowohl innerhalb der Kanzlei als auch außerhalb. Damit das alles klappt, unterstützt die Kanzlei ihre Associates durch regelmäßige Feedbackgespräche und versucht sie möglichst früh mit ihren Mandanten in Kontakt zu bringen und ihnen bei der internationalen Vernetzung zu helfen.

Keine Facetime. Für die Sidley-Anwälte gibt es grundsätzlich keine Anwesenheitspflicht. Wenn es die Art der Arbeit erlaubt, können sie auch im Homeoffice arbeiten. Teilzeitmöglichkeiten gibt es ebenfalls. Damit will die Kanzlei auch dazu beitragen, dass ihre Anwälte Familie und Karriere unter einen Hut bringen können. Bis jetzt arbeitet im deutschen Sidley-Büro allerdings noch kein Anwalt in Teilzeit. Für eine internationale Kanzlei wie Sidley ist Diversity eine wichtiges Thema. Wie sich das in den deutschen Arbeitsalltag integrieren lässt, muss sich allerdings erst noch zeigen. An den internationalen Sidley-Werten will sich auch das deutsche Büro orientieren. Dazu zählt die Förderung gleicher Karrie­rechancen für Männer und Frauen. Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg: Von den 19 deutschen Anwälten sind gerade einmal zwei Frauen – selbst für eine US-Transaktionskanzlei eine extrem niedrige Quote.