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23.02.2018 | Autor/in: azur Redaktion
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Pohlmann & Company

Top-Arbeitgeber Compliance – azur100 2018

Die Kanzlei auf einen Blick

Standorte in Deutschland: Frankfurt und München

Internationale Präsenz: Seit 2015 hat die Kanzlei ein eigenes Auslandsbüro im kanadischen Montreal. Darüber hinaus pflegt sie ein Netzwerk an befreundeten Kanzleien im Ausland.

Personalkennzahlen

Anwälte in Deutschland: 4 Vollpartner, 2 Non-Equity-Partner, 3 Counsel und 1 Associate

Frauenanteil Anwälte: 30%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: 8 (1 Frau)

Neueinstellungen Volljuristen 2018: 1 bis 3

Neueinstellungen weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) 2018: ca. 6

Referendarplätze 2018: 4

Praktikumsplätze 2018: 4

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: 12 bis 18 Euro/h

Referendare: 641 Euro/Wochenarbeitstag; max. 3.200 Euro/Monat

Associates

1. Jahr: 70.000 bis 80.000 Euro plus Bonus bis 10.000 Euro

2. Jahr: 80.000 bis 90.000 Euro plus Bonus bis 15.000 Euro

3. Jahr: 90.000 bis 100.000 Euro plus Bonus bis 20.000 Euro

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.), 1. Jahr: 45.000 bis 60.000 Euro plus Bonus bis 10.000 Euro

Interdisziplinär und international. Als der Ex-Siemens-Compliance-Chef Andreas Pohlmann 2007 seine eigene Kanzlei und Beratungsgesellschaft gründete, war der interdisziplinäre Ansatz schon Programm: ­Volljuristen, Wirtschaftsjuristen und Betriebswirte arbeiten stets in gemischten Teams. Berufseinsteiger erwartet hier nicht nur das spannende Feld der Compliance-Beratung, wie aktuell etwa im Fall Volkswagen, sondern auch ein internationales Umfeld. Die Boutique genießt auch auf der anderen Seite des Atlantiks hohes Ansehen. So setzte das US-Justizministerium Pohlmann zuletzt als Monitor, also zur Überwachung der Compliance, bei einem niederländischen Unternehmen ein. Auch beim brasilianischen Petrobras-Konzern ist Pohlmann im Einsatz.

azur Urteil Pohlmann & Company

Praktikanten und Referendare bevorzugt. Entsprechend international sollte auch der Werdegang der Bewerber sein: Auslandserfahrung, Top-Noten und exzellentes Englisch sind ein Muss. Vier- bis achtwöchige Praktika finden im Frühjahr und im Sommer statt. Ein Mentor begleitet Praktikanten wie Referendare und schult zu Beginn die fachlichen Grundlagen. Danach geht es direkt ins Mandat. So kann auch ein Praktikant schon am Tisch mit einem Chief Compliance Officer sitzen und ein neues Compliance-Konzept mitentwickeln. In der Regel arbeitet der Nachwuchs parallel an einem konkreten Projekt, das er am Ende seiner Zeit in der Partnerrunde vorstellt. Das kann ein Entwurf für Schulungsunterlagen oder auch ein Kurzgutachten zum Geldwäschegesetz sein.

Keine Mindestarbeitszeiten. Die angestellten Anwälte steigen ab Tag eins ins Mandat ein, eng begleitet von einem Partner als Mentor. Das hauseigene Aus- und Fortbildungsprogramm folgt zwar keinem festen Lehrplan, stellt aber sicher, dass die tägliche Arbeit stets theoretisch unterfüttert wird. So lernen Associates Beratungsprodukte kennen und üben, sie anzuwenden. In der azur-Associate-Umfrage sehen manche Pohlmann-Anwälte zwar noch Ausbaupotenzial in Sachen Weiterbildung, insgesamt sind die vereinzelten Umfrageteilnehmer aber sehr zufrieden mit ihrem Arbeitgeber, auch was das Betriebsklima angeht. Beim Thema Work-Life-Balance setzt die Kanzlei auf Flexibilität und verzichtet etwa auf feste Stundenvorgaben. Dafür fällt das Gehalt im Marktvergleich recht niedrig aus.

Die Stimme der jungen Generation. Compliance nimmt Pohlmann nicht nur bei ihren Mandanten ernst. Das Motto „wer etwas sieht, soll es auch sagen“ gilt ebenso intern. Darum kultiviert die Kanzlei seit einiger Zeit den Meinungsaustausch unterhalb der Partnerebene, etwa durch eine wöchentliche Telefonkonferenz, in der die Associates untereinander aktuelle Fragen und Probleme diskutieren. Was dort besprochen wird, erfahren die Partner nicht. Auch die Arbeitsabläufe und Kanzleistrukturen müssen dem kritischen Blick der Associates standhalten, sonst gibt es Konsequenzen: Die kürzliche Überarbeitung des kanzleiinternen Know-how-Managements etwa passierte auf Initiative der Associates.