azur100
23.02.2018 | Autor/in: azur Redaktion

Pinsent Masons

Top-Arbeitgeber Informationstechnologie – azur100 2018

Die Kanzlei auf einen Blick

Standorte in Deutschland: München und Düsseldorf

Internationale Präsenz: Die Kanzlei ist in Großbritannien, Belgien, Frankreich und der Türkei sowie in Asien und im Nahen Osten vertreten.

Personalkennzahlen

Anwälte in Deutschland: 11 Vollpartner, 15 Non-Equity-Partner, 54 Associates und 1 of Counsel

Frauenanteil Anwälte: 37,0%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: keine

Neueinstellungen Volljuristen 2018: 9 bis 12

Referendarplätze 2018: 7

Praktikumsplätze 2018: 5

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter:
15 Euro/h (vor dem 1. Examen),
22,50 Euro/h (nach dem 1. bzw. 2. Examen)

Referendare: 600 Euro/Wochenarbeitstag; max. 3.000 Euro/Monat

Associates

1. Jahr: 80.000 bis 85.000 Euro plus Bonus bis 8.000 Euro

2. Jahr: 85.000 bis 90.000 Euro plus Bonus bis 9.000 Euro

3. Jahr: 90.000 bis 100.000 Euro plus Bonus bis 10.000 Euro

Personalhunger. Kaum eine Kanzlei ist hierzulande in so kurzer Zeit so rasant gewachsen wie die englische Kanzlei Pinsent Masons. Seit ihrem Eintritt in den deutschen Markt vor rund fünf Jahren wuchs die Mannschaft mittlerweile auf mehr als 80 Anwälte. Das bringt nicht nur viele Neueinstellungen mit sich, sondern auch Möglichkeiten für den Nachwuchs. Den Pioniergeist erkennen auch die Associates in der azur-Umfrage und sehen etwa ihre Chancen, zum Vollpartner aufzusteigen, besser als Anwälte in anderen Kanzleien.

azur Urteil Pinsent Masons

Weiterbildungsinitiative auch für Referendare. Auf das starke Wachstum folgte im Vorjahr schneller als bei vergleichbaren Kanzleien ein ­umfangreiches und strukturiertes Ausbildungssystem. Die hauseigene Akademie bietet einen umfassenden Lehrplan. Sie schult die Associates neben Soft Skills in 25 Pflicht- und Wahlkursen etwa in Gesellschafts-, Vergabe- oder Steuerrecht. Das Thema Weiterbildung nimmt die Kanzlei damit deutlich ernster als mancher Wettbewerber. Allerdings schoss sie mit diesem intensiven Programm aus Sicht ihrer Associates erst einmal kräftig über das Ziel hinaus. Sie freuen sich in der azur-Umfrage zwar grundsätzlich über das neue Angebot, üben aber im Detail harsche Kritik: So führe die in hohem Maße verpflichtende Teilnahme zu längeren Arbeitszeiten. Inhalte seien nicht relevant oder „schaffen keinen echten Mehrwert“, bemängeln Associates. Einer bringt es auf den Punkt: „Das ist zu viel!“ In der Kritik steht vor allem die für die gesamte Associate-Mannschaft verpflichtende Grundausbildung. Der Kanzlei ist die Kritik nicht entgangen. Sie entschlackt derzeit das Programm und staffelt es nach Seniorität. Einige Teilnehmer der azur-Umfrage loben immerhin die Unterstützung bei externen Weiterbildungen, etwa die „Bezahlung des Fachanwaltslehrgangs“. Die Akademie steht auch Praktikanten und Referendaren offen, die ein erfahrener Associate während ihrer Zeit bei PM begleitet.

Wir müssen reden. Nicht nur der schlechte Start der Akademie, auch Kommunikationsdefizite drücken an anderer Stelle auf das Betriebsklima. Die PM-Associates wünschen sich in der azur-Umfrage „mehr Transparenz“ und „Informationen durch den Vorgesetzten“ bei den nächsten Karriereschritten. Positiver sind hingegen die Arbeitszeiten. Sie liegen laut azur-Umfrage mit rund 54 Stunden in der Woche genau im Marktdurchschnitt. Auch die vorgeschriebenen abrechenbaren Stunden von ­etwa 1.500 sind human.

Man arbeitet an der Arbeitslast. Auch bei anderen Themen sehen die Associ­ates noch Verbesserungspotenzial. So schwankt die Zufriedenheit mit flexiblen Arbeitsmöglichkeiten je nach Team. Einige Teilnehmer ­loben die „flexible Teilzeit“ sowie die „Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten“. Andere hingegen kritisieren: „Die Partner sind tagelang im Homeoffice, die Associates haben Facetime.“ Associates wünschen sich, „die versprochenen Kernarbeitszeiten einzuhalten.“ Die Möglichkeit von Heimarbeit hat die Kanzleispitze bislang nicht klar kommuniziert, doch auch an ­dieser Schraube will Pinsent drehen und führt 2018 verbindliche Homeoffice-Regeln ein.