azur100
23.02.2018 | Autor/in: azur Redaktion

McDonald’s

Top-Arbeitgeber Bayern – azur100 2018

Das Unternehmen auf einen Blick

Branche: Systemgastronomie

Standort in Deutschland: München (Sitz der Rechtsabteilung)

Internationale Präsenz: McDonald’s betreibt in weltweit 120 Ländern Restaurants. In München wird in erster Linie der deutsche Markt betreut, zuletzt kam der Schweizer Markt hinzu.

Personalkennzahlen

Volljuristen in Deutschland: 23 (davon 16 in der Rechtsabteilung)

Frauenanteil in der Rechtsabteilung: 68,8%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: keine

Neueinstellungen Volljuristen 2018: nach Bedarf

Referendarplätze 2018: 8

Praktikumsplätze 2018: keine

Vergütung

Referendare: 1.000 Euro/Monat

Syndikusanwälte

1. bis 3. Jahr: keine Angaben

Referendare kommen, um zu bleiben. Nur wenige Unternehmen legen so viel Wert auf die Ausbildung von Referendaren wie McDonald’s. Der Fokus auf die junge Generation ist nur konsequent, besetzen die Münchner freie Stellen doch seit Jahren am liebsten mit bekannten Gesichtern: Von der aktuellen Mannschaft haben mehr als die Hälfte ihre Station als Referendar in der Rechtsabteilung absolviert. Auch die McDonald’s-Syndizi loben in der azur-Associate-Umfrage das Referendarprogramm und die „Einbindung ab dem ersten Tag“. Praktikanten beschäftigt die Rechtsabteilung hingegen nicht.

azur Urteil Mc Donald´s

Eine Woche Burger braten. McDonald’s legt Wert darauf, dass jeder Neueinsteiger das Geschäft von der Pike auf kennenlernt. So verbringt jeder Syndikus eine Woche in einem Schnellrestaurant, mal am Grill, mal an der Kasse. Zurück am Schreibtisch beschäftigen sich die Anwälte dann mit einer großen Bandbreite von Rechtsgebieten. Und das nicht nur im laufenden Alltagsgeschäft, wo sich vor allem Fragen im Fran­chiserecht oder Marken- und Wettbewerbsrecht auftun – auch neue Projekte der Fast-Food-Kette beschäftigen die Juristen immens. So birgt etwa die Umstellung der Restaurants auf ein neues Konzept verschiedene rechtliche Probleme. Dazu zählt im Zuge der Automatisierung der Filialen und der Digitalisierung des Geschäftsmodells vor allem das Datenschutzrecht. Aber damit ist nicht Schluss: Neue Produktangebote bedürfen einer juristischen Begleitung etwa im Lebensmittelrecht oder im Kontext von Verträgen mit Lieferanten. Ein Umbau der Filialen muss immobilienrechtlich begleitet oder im Einzelfall auch den Bestimmungen im öffentlichen Baurecht angepasst werden.

Weiterbildung top, Gehalt Flop. Die Ausbildung erfolgt nach einem vorgegebenen Schema, das auf den individuellen Einsatzort der Neueinsteiger zugeschnitten wird. Die Grundausbildung umfasst Trainings in den Bereichen Personal, Finanzen oder Franchise sowie ein umfassendes Soft-Skills-Programm, das die Syndizi gemeinsam mit ihren Kollegen aus anderen Bereichen durchlaufen. Die Juristen besuchen darüber hinaus interne und externe Fortbildungsveranstaltungen. Mit den Weiterbildungsmöglichkeiten sind die McDonald’s-Syndizi laut der azur-Umfrage äußerst zufrieden. Auch insgesamt geben sie ihrem Arbeitgeber recht gute Noten. Nur in einem Punkt sieht es gar nicht gut aus: Die Zufriedenheit mit dem Gehalt ist hier so niedrig wie bei kaum einem anderen Arbeitgeber in der azur-Umfrage. Wenn die McDonald’s-Juristen zu einem anderen Arbeitgeber wechseln würden, dann für mehr Geld, so ihre fast einstimmige Antwort. McDonald’s selbst nennt keine Zahlen, doch nach azur-Recherchen liegt die Bezahlung auch nach mehreren Berufsjahren noch zwischen 50.000 und 60.000 Euro – das ist selbst für eine Rechtsabteilung sehr mager und nicht einmal die Hälfte dessen, was die Top-Kanzleien im Münchner Markt bieten.

Viel Freizeit sorgt für gute Laune. Dafür müssen die McDonald’s-Syndizi aber auch nicht annähernd so viel arbeiten. Laut azur-Umfrage liegt das übliche Pensum bei etwa 44 Stunden in der Woche, drei Stunden weniger als die meisten Kollegen in anderen Rechtsabteilungen. Möglichst flexibel reagiert der Konzern auch auf Wünsche nach Teilzeitarbeit und Homeoffice. So arbeiten vier der 16 Juristen in der Rechtsabteilung aktuell in Teilzeit. Für die Work-Life-Balance gibt es in der azur-Umfrage entsprechend gute Noten, ebenso für das Betriebsklima.