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23.02.2018 | Autor/in: azur Redaktion
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KPMG Law

Top-Arbeitgeber Osten – azur100 2018

Die Kanzlei auf einen Blick

Standorte in Deutschland: Berlin, Leipzig, Dresden, Düsseldorf, Frankfurt/M., Hamburg, Köln, München, Nürnberg, Stuttgart u.a.

Internationale Präsenz: KPMG Law hat ausschließlich deutsche Standorte. Weltweit kooperiert sie eng mit Anwaltskanzleien aus dem Netzwerk der Muttergesellschaft KPMG.

Personalkennzahlen

Anwälte in Deutschland: 32 Vollpartner, 68 Non-Equity-Partner und 149 Associates

Frauenanteil Anwälte: 35,7%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: 8 (davon 5 Frauen)

Neueinstellungen Volljuristen 2018: ca. 40

Neueinstellungen weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) 2018: ca. 2

Referendarplätze 2018: 25

Praktikumsplätze 2018: 10

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: keine Angaben

Associates

1. bis 3. Jahr: keine Angaben

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.), 1. Jahr: keine Angaben

Ein langer Weg nach oben. In Leipzig und Dresden spielt KPMG Law als Wirtschaftskanzlei vorne mit. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Wie alle Big-Four-Kanzleien, die Rechtsarme der großen Beratungsgesellschaften, ist KPMG Law in eine große Organisation eingebettet, in der Berufsanfänger zunächst ein kleines Rädchen von vielen sind. Das bürgt nicht unbedingt für gute Laune, wie die azur-Associate-Umfrage zeigt: Dort bemängeln die KPMG Law-Anwälte den „organisatorischen Wasserkopf“ bei ihrem Arbeitgeber. Ein weiterer Kritikpunkt ist der langwierige interne Aufstieg. Dabei dauert der Weg in die Partnerschaft mit acht Jahren nicht länger als bei anderen Kanzleien. Unterstützung gibt es in Form eines Mentorenprogramms. Dennoch fühlen sich die Asso­­ciates nicht hinreichend unterstützt und beurteilen ihre Partnerchancen in der azur-Umfrage dementsprechend schlecht.

azur Urteil KPMG Law

Praktikanten und Referendare laufen mit. Wer vor dem Berufseinstieg bei KPMG Law Station macht, durchläuft kein eigenes Programm, sondern arbeitet im Alltagsbetrieb mit. Die Ausbildung der Associates konzentriert sich in den ersten zwei Jahren auf Soft Skills und betriebswirtschaftliches Wissen mit juristischen Aspekten. Ab dem dritten Jahr stehen den Associates auch die Seminare der KPMG AG offen, etwa zu steuerlichen Fachthemen oder Soft Skills. Im Zentrum der Fortbildungsprogramme steht für die Big-Four-Gesellschaft der Mittelbau – eine Folge der hohen Fluktuation auf Junior-Level, vielleicht aber auch eine Ursache dafür. Die jüngeren Associates quittieren das in der azur-Umfrage mit einer unterirdischen Note für die Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten.

Die Spannung steigt. Wer Durchhaltevermögen bewiesen hat, wächst zusehends stärker in die interdisziplinäre Arbeit hinein. Teams aus Juristen, Wirtschaftsprüfern und Steuerberatern stellen ihre Lösungsvorschläge für bestimmte Mandantenbedürfnisse im Wettbewerb zu anderen KPMG-Teams vor. Ab Senior-Associate-Level gibt es zusätzlich externe Seminare, etwa zum Thema Delegieren und Führen. Juristen mit ein paar Jahren Berufserfahrung steht auch die Möglichkeit offen, mehrere Monate an einem KPMG-Standort im Ausland zu verbringen. Neben Europa und den USA locken auch exotischere Orte wie etwa Vietnam.

Ein bisschen Geld, ein bisschen Work-Life-Balance. Mit rund 53 Stunden in der Woche arbeiten die KPMG-Anwälte laut azur-Umfrage im Schnitt eine Stunde weniger als Anwälte in anderen Kanzleien. Einzelne KPMG Law-Associates loben in der azur-Umfrage die „sehr gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, andere sind damit eher unzufrieden, ebenso mit der Work-Life-Balance. Eindeutig ist das Bild beim Thema Gehalt: Hier sind die Teilnehmer an der azur-Umfrage so unzufrieden wie sonst nur noch beim direkten Wettbewerber PwC Legal. KPMG Law macht keine offiziellen Angaben zur Vergütung. Nach azur-Recherchen ist das Gehalt aber vergleichbar mit dem in kleineren Kanzleien wie etwa FPS oder CBH.