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23.02.2018 | Autor/in: azur Redaktion
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Jones Day

Top-Arbeitgeber Corporate– azur100 2018

Die Kanzlei auf einen Blick

Standorte in Deutschland: Düsseldorf, Frankfurt und München

Internationale Präsenz: International integrierte Sozietät mit eigenen Büros vor allem in den USA, Europa, Asien, aber auch in Nahost, Lateinamerika und Australien.

Personalkennzahlen

Anwälte in Deutschland: 41 Vollpartner, 8 Counsel und 48 Associates

Frauenanteil Anwälte: 20,6%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: keine Angaben

Neueinstellungen Volljuristen 2018: 8 bis 12

Referendarplätze 2018: 12

Praktikumsplätze 2018: 14

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter:
500 Euro/Wochenarbeitstag (vor dem 1. Examen),
800 Euro/Wochenarbeitstag (nach dem 1. Examen)

Referendare: 800 Euro/Wochenarbeitstag

Associates

1. Jahr: 95.000 bis 120.000 Euro

2. und 3. Jahr: keine Angaben

Starke Mandate, hohe Arbeitsspitzen. Jones Day ist regelmäßig für deutsche Konzerne in große, internationale Corporate-Mandate eingebunden. Für den VW-Konzern etwa arbeitet die Kanzlei die Dieselgate-­Affäre auf. Da wundert es nicht, dass ein Associate in der azur-Umfrage die „hochinteressanten, internationalen Mandate“ lobt. Doch das kann auch viel Arbeit bedeuten. „Eine drei Monate lange Belastungspitze mit bis zu 70 Stunden in der Woche, das kann nicht sein“, mahnt ein Teilnehmer der azur-Umfrage. Insgesamt fällt die Arbeitsbelastung der JD-Associates aber moderat aus. Laut azur-Umfrage arbeiten sie im Mittel 55 Wochenstunden, eine Stunde mehr als der Marktdurchschnitt. Die Work-Life-Balance allerdings beurteilen sie recht zwiespältig. So loben einige Umfrageteilnehmer die „hohe Flexibilität, Homeoffice-Möglichkeiten und keine Anwesenheitspflicht“. Andere sind eher unzufrieden mit ihrem zeitlichen Freiraum. Das trägt dazu bei, dass auch die Gesamtzufriedenheit der JD-Associates unter dem Marktdurchschnitt liegt.

azr Urteil Jones Day

Associate trifft Partner. Bei Jones Day gibt es fast genauso viele ­Partner wie Associates – für eine internationale Großkanzlei sehr ungewöhnlich. Für junge Anwälte heißt das: schnell mit anpacken. So lobt ein Associate in der azur-Umfrage „das frühe selbstständige Arbeiten“ und den „frühen Mandantenkontakt“. Weniger zufrieden sind die Teilnehmer mit dem Ausbildungsangebot. Zwar gibt es regelmäßige interne fachliche Trainingseinheiten, etwa zum Transaktionsgeschäft, und zweimal im Jahr einen Soft-Skills-Kursus. Doch das reicht den Associates nicht. ­Momentan setzt die Kanzlei darum ein neues Soft-Skills-Training auf. Außerdem sind einige Ausbildungsinhalte verpflichtend und nun auch stärker auf die Berufserfahrung der Associates abgestimmt. Einmal im Jahr treffen sich alle Berufsanfänger in Washington zu einer Einführungsveranstaltung. International geht es auch bei den Secondments zu: Die können die Associates an einem internationalen Jones Day-Standort machen, etwa in London oder New York.

Referendare und Praktikanten schwimmen mit. Eine Nebenrolle spielen hingegen bislang Referendare und Praktikanten. Mit zwölf geplanten Referendarstellen kalkulierte JD schon im Vorjahr recht sparsam für eine Kanzlei dieser Größenordnung. Tatsächlich absolvierten sogar nur fünf Referendare ihre Stage bei JD. Das könnte auch daran liegen, dass sich die Ausbildung für Referendare und Praktikanten bisher auf ein Mitschwimmen im Alltag beschränkt und andere Kanzleien hier deutlich mehr bieten. Um künftig einen einheitlichen Standard zu gewährleisten, plant JD nun ein eigenes Mentorenprogramm für Referendare.

Frauenanteil: vorbildlich. Mit einem Frauenanteil von fast 25 Prozent auf Partnerebene liegt Jones Day im Marktvergleich ganz weit vorne. In der azur-Umfrage vergeben viele Teilnehmer wohl auch deshalb Bestnoten beim Thema Gleichbehandlung. Weniger begeistert sind die Asso­ciates aber, wenn es um die Vereinbarkeit von Karriere und Familie geht. Die Kanzlei bietet hier vor allem individuelle Arrangements und Teilzeit an. Unterstützung bei der Suche nach Kita-Plätzen oder in finanzieller Hinsicht bietet Jones Day bisher nicht. Bei vielen vergleichbaren Wettbewerbern gehört das schon längst zum Gesamtpaket.