azur100
23.02.2018 | Autor/in: azur Redaktion
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Deutsche Bank

Top-Arbeitgeber Frankfurt/Hessen – azur100 2018

Das Unternehmen auf einen Blick

Branche: Banken und Finanzen

Standorte in Deutschland: Frankfurt (zentrale Rechtsabteilung), Berlin, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart

Internationale Präsenz: Weltweit arbeiten rund 750 Juristen in der Rechtsabteilung, die als Matrix organisiert ist. Deutsche Juristen werden – auch zur Ausbildung – projektabhängig an ausländische Standorte entsandt, etwa nach London, Luxemburg, New York, Hongkong, Singapur oder Tokio.

Personalkennzahlen

Volljuristen in Deutschland: 134 (in der Rechtsabteilung)

Frauenanteil in der Rechtsabteilung: 40,3%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: keine in der Rechtsabteilung

Neueinstellungen Volljuristen 2018: 12 bis 15 (in der Rechtsabteilung)

Neueinstellungen weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) 2018: keine Angaben

Referendarplätze 2018: 10

Praktikumsplätze 2018: 10

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: max. 1.600 Euro/Monat

Syndikusanwälte

1. bis 3. Jahr: 75.000 Euro plus Bonus bis 3.000 Euro

Guter Ruf, gedrückte Stimmung. In den vergangenen Jahren ist die Deutsche Bank aus den Negativschlagzeilen kaum herausgekommen. Das drückt auch auf die Stimmung in der Rechtsabteilung. So sind die Inhousejuristen laut azur-Umfrage weit weniger zufrieden mit ihrem ­Arbeitgeber als Kollegen aus anderen Rechtsabteilungen, besonders in puncto Betriebsklima und Personalführung. Eine recht schonungslose Sicht der Dinge, denn im Markt genießt die Inhouseabteilung einen guten Ruf, trotz der Skandale, die in den operativen Abteilungen der Bank aufgearbeitet werden – nicht zuletzt durch die Hausjuristen selbst. Anwälte aus Kanzleien loben das „gute Renommee“ der Rechtsabteilung und die „anspruchsvolle Tätigkeit in einem spannenden Umfeld“.

azur Urteil Deutsche Bank

Frühe Einbindung der Praktikanten und Referendare. Erst in fortgeschrittenen Semestern kommen Studenten für ein Praktikum bei der „Deutschen“ infrage – schließlich soll auch der Nachwuchs schon im Alltagsgeschäft mitarbeiten können. Zur Vorbereitung erhalten alle Juristen vorab Einführungsmaterial über das Unternehmen und die Aufgaben der Rechtsabteilung. Praktikanten und Referendaren steht ein Mentor aus dem Inhouseteam zur Seite, der sie auch zur weiteren Karriere berät. In kleinen Gruppen diskutieren die erfahrenen Juristen mit dem Nachwuchs relevante Fachthemen. Zur Examensvorbereitung bietet die Rechtsabteilung auch ein Aktenvortragstraining an und stellt dafür sogar eine eigene ‚Prüfungskommission‘ aus Inhouseanwälten zusammen.

Fortbildungsangebot in der Kritik. Ähnlich wie andere Dax-Konzerne bietet die Deutsche Bank reichlich Karrierechancen für aufstrebende ­Juristen, etwa durch einen Wechsel ins Ausland oder in andere Abtei­lungen. In der azur-Umfrage fällt das Bild allerdings zwiespältig aus: ­Während ein Teilnehmer die „konkreten Personalgespräche“ und die „frühe Übertragung von Verantwortung“ lobt, bezeichnet ein anderer
die angebotenen Förderprogramme als „Feigenblatt“. Fast durchweg schlechte Noten gibt es für die Aus- und Fortbildung, die im Vergleich mit anderen Konzernen wie etwa Siemens weder besonders umfangreich noch allzu strukturiert ausfällt. Kern der Ausbildung sind wöchentliche Fachvorträge vor versammelter Mannschaft, die thematisch einem Jahrescurriculum folgen. Dass die Bank darüber hinaus auch individuell abgestimmte, fachliche Fortbildungen und Soft-Skills-Schulungen anbietet, ist noch nicht bei allen Syndizi angekommen.

Work-Life-Balance stimmt. Besser sieht es da beim Thema Arbeitszeiten aus: Laut azur-Umfrage arbeiteten Deutsche Bank-Syndizi zuletzt spürbar weniger als der Durchschnitt aller Teilnehmer aus Inhouseabteilungen und sind damit auch entsprechend zufrieden. Per Lebensarbeitszeitkonto lässt sich Zeit etwa für ein Sabbatical ansparen. Teilzeitmodelle gibt es für alle Hierarchiestufen, Homeoffice-Optionen schaffen Freiräume, ebenso der Betriebskindergarten in der Frankfurter Zentrale.