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23.02.2018 | Autor/in: azur Redaktion
Themen in dieser Nachricht:

Deutsche Bahn

Top-Arbeitgeber Osten – azur100 2018

Das Unternehmen auf einen Blick

Branche: Verkehr und Logistik

Standorte in Deutschland: Berlin, Frankfurt/M. und zehn weitere Standorte

Internationale Präsenz: Die Bahn beschäftigt Juristen international an mehr als 20 Standorten. Deutsche Juristen arbeiten projektbezogen etwa in Großbritannien, Singapur oder China.

Personalkennzahlen

Volljuristen in Deutschland: 479 (davon 146 in der Rechtsabteilung)

Frauenanteil in der Rechtsabteilung: 34,9%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: keine Angaben

Neueinstellungen Volljuristen 2018: 5 bis 10

Referendarplätze 2018: 13

Praktikumsplätze 2018: 5

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: keine Angaben

Referendare: max. 1.000 Euro/Monat

Syndikusanwälte

1. Jahr: ca. 70.000 Euro plus Bonus*

2. und 3. Jahr: keine Angaben

*azur-Recherche

Agile Juristen gefragt. Die Bahn blickt in eine digitale Zukunft, und darauf stellen sich auch die Konzernjuristen ein. Neben klassischen Bereichen wie Baurecht, Kartellschadensersatz oder Umweltrecht entsteht ein neues Team. Damit will sich die Rechtsabteilung den Anforderungen der Digitalisierung anpassen. Das Besondere: Dieses Team soll agil arbeiten, flexibel auf Veränderungen reagieren und teils schwerfällige, seit Jahrzehnten gewachsene Strukturen auflockern. Ideen für neue Geschäftsmodelle sollen in jedem Entwicklungsstadium eine enge rechtliche Begleitung erfahren. So können auch für die Juristen eine Vielzahl rechtlicher Fragen mit Neuland-Charakter aufkommen. Weil dabei technisch geprägte Projekte eine große Rolle spielen, ist es von Vorteil, wenn Nachwuchsjuristen über IT- oder Programmiererfahrungen verfügen. Sie sollten mindestens ein besonderes Verständnis dafür mitbringen.

azur Urteil Deutsche Bahn

Länger arbeiten als anderswo. Was Juristen bei der Bahn im Regelfall auch mitbringen, sind erste Berufserfahrungen. Berufseinsteiger fangen hier selten an. Wie viele andere Unternehmen setzt die Bahn meist schon in der Praxis erprobte Fachkenntnisse voraus, die im Zweifelsfall wichtiger sind als ein Doppel-VB. Auch das Gehalt orientiert sich am individuellen Werdegang des Neueinsteigers. In der azur-Associate-Umfrage äußern sich die Bahn-Juristen weniger zufrieden mit ihrem Gehalt als die meisten Kollegen in anderen Unternehmen. Das mag auch an der Wochenarbeitszeit liegen, denn die Bahn-Juristen arbeiten mit rund 51 Stunden durchschnittlich vier Stunden länger als ihre Inhousekollegen anderenorts.

Weniger Work-Life-Balance als erwartet. Entsprechend unzufrieden sind die Umfrageteilnehmer auch mit ihren Arbeitszeiten. Angebote für eine bessere Work-Life-Balance gibt es dabei reichlich. So unterstützt die Bahn eine Karriere mit Kindern durch ein Mentoringprogramm, etwa für einen reibungslosen Wiedereinstieg. Auch Homeoffice gibt es, ebenso wie Sabbaticals von bis zu sechs Monaten. Dennoch fordern Teilnehmer der azur-Umfrage „gerechtere Aufgabenverteilung“, „mehr Möglichkeiten zum Homeoffice“ und „flexiblere Arbeitszeiten“.

Ab ins Ausland mit Referendaren. Secondments an ausländischen Standorten sind keine Seltenheit. Schon Referendare können eine Station im Ausland verbringen, und das nicht nur in Europa, sondern weltweit, etwa in Singapur. Hierzulande bildet die Bahn Referendare und Praktikanten vor allem in Berlin und Frankfurt aus. Die enge Einbindung ins Tagesgeschäft stellt ein Betreuer sicher. Referendaren steht auch das interne Weiterbildungsangebot offen. Hier gibt es Schulungen und Coachings zu Kommunikationstraining oder Zeitmanagement, angepasst an Berufserfahrung und Position der Teilnehmer. Für spezielle fachliche Themen greift die Bahn vor allem auf externe Schulungen zurück. Die DB-Juristen sind laut azur-Umfrage allerdings nicht besonders zufrieden mit dem Angebot. Zwar freuen sie sich über die „Finanzierung externer Schulungen“, sehen den Rythmus der Fortbildungen allerdings als zu „sporadisch“ an. Auch das Gesamturteil der Bahn-Juristen über ihren Arbeitgeber fällt weniger gut aus als in anderen Unternehmen.