azur100
23.02.2018 | Autor/in: azur Redaktion

Bundeskartellamt

Top-Arbeitgeber Kartellrecht– azur100 2018

Die Behörde auf einen Blick

Standort in Deutschland: Bonn

Internationale Präsenz: Die Grundsatzabteilung beschäftigt sich häufig mit internationalen Fragen und koordiniert die Zusammen­arbeit mit ausländischen Wettbewerbsbehörden.

Personalkennzahlen

Volljuristen in Deutschland: 92

Frauenanteil Juristen: 48,9%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: 4 (davon 2 Frauen)

Neueinstellungen Volljuristen 2018: 5 bis 10

Neueinstellungen weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) 2018: ca. 2

Referendarplätze 2018: 64

Praktikumsplätze 2018: 25

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: werden nicht beschäftigt

Referendare: keine zusätzliche Vergütung

Syndikusanwälte

1. Jahr: ca. 47.000 Euro (nach Entgeltgruppe 13TVöD)

2. und 3. Jahr: nach BBesO A13

Keine Langeweile. Spannende Arbeit in einer Behörde? Für viele scheint das ein Widerspruch in sich. Nicht so bei den obersten Wettbewerbshütern, die jüngst mit dem Skandal um mögliche Absprachen zwischen den großen deutschen Autoherstellern einen weiteren spannenden Fall auf dem Tisch hatten. Zudem erhielt die Behörde kürzlich mit der Kontrolle verbraucherrechtlicher Verstöße und dem Aufbau eines Wettbewerbsregisters neue Aufgaben. Dementsprechend positiv ist das Image des Bundeskartellamts bei jungen Juristen. Anwälte aus Kanzleien loben in der azur-Umfrage das „hohe fachliche Niveau“ und die „moderne und schlagkräftige Behörde mit Top-Juristen“. Andere bemängeln allerdings eine „typische Behördeneinstellung“.

azur Urteil Bundeskartellamt

Früh eigenverantwortlich arbeiten. Bewerber prüft das Bundeskartellamt in einem eintägigen Assessmentcenter auf Herz und Nieren. Ist ­diese Hürde genommen, steigen Juristen in der Regel in eine der zwölf Beschlussabteilungen ein, in denen die Kartellbekämpfung, die Missbrauchsaufsicht und die Fusionskontrolle angesiedelt sind. Schon nach kurzer Zeit übernehmen sie auch selbstständige Marktermittlungen, dabei unterstützt sie in den ersten sechs Monaten ein erfahrener Ökonom oder Jurist als Mentor. In regelmäßigen internen Fortbildungen erfahren die jungen Anwälte mehr über Kartellverfolgung, Bußgeldverfahren oder den Ablauf von Durchsuchungen. Ergänzend gibt es alle zwei Monate Fachvorträge und Diskussionen über aktuelle Verfahren. Die Vermittlung von Soft Skills erfolgt über die Bundesakademie für die Öffentliche Verwaltung. Da Juristen in der Vergangenheit Engpässe moniert hatten, hat das Bundeskartellamt dort nun mehr Kurse gebucht.

Ab nach Europa. Wer zusätzlich Auslandserfahrung sammeln möchte, dem bietet das Bundeskartellamt die Möglichkeit, zeitlich befristet bei der Europäischen Kommission oder bei anderen ausländischen Wettbewerbsbehörden zu arbeiten. Außerdem organisiert ein informelles Netzwerk aller Mitarbeiter Studienfahrten zu Wettbewerbsbehörden im Ausland. Nach ein bis zwei Jahren in der Beschlussabteilung wechseln die Juristen nach einem Rotationsprinzip in eine andere Abteilung. Wie im öffentlichen Dienst üblich, hängt der Aufstieg in Leitungsfunktionen ­jedoch davon ab, dass Planstellen frei werden. Gleichzeitig bietet das Bundeskartellamt aber auch die Vorteile einer Behörde: geregelte Arbeitszeiten mit 40-Stunden-Woche, Gleitzeit und 30 Tage Jahresurlaub. Teilzeit, Homeoffice und ein Familienservice, der auch Betreuungsangebote vermittelt, tragen zur positiven Work-Life-Balance bei.

Vielfältige Aufgaben in Praktikum und Referendariat. Sowohl Referendare als auch Praktikanten können sich in sämtlichen Abteilungen des Bundeskartellamts bewerben. Dort sind sie eng in die tägliche Arbeit eingebunden. Das kommt gut an: Ein ehemaliger Praktikant schwärmt in der azur-Bewerberumfrage von den „vielfältigen, interessanten und abwechslungsreichen Aufgaben“, ein anderer lobt die „gute Ausbildung“. Den Referendaren stehen zudem die fachlichen Fortbildungsveranstaltungen offen. Ein Ausbilder sorgt dafür, dass sie praxisnah an aktuellen Fällen mitarbeiten – etwa an Fusionskontrollverfahren, wo sie auch ihr Votum abgeben dürfen.