azur100
23.02.2018 | Autor/in: azur Redaktion

Bundesamt für Verfassungsschutz

Top-Arbeitgeber NRW – azur100 2018

Die Behörde auf einen Blick

Standorte in Deutschland: Köln und Berlin

Personalkennzahlen

Volljuristen in Deutschland: keine Angabe

Frauenanteil in der Rechtsabteilung: 48%

Neueinstellungen Volljuristen 2018: hoher Personalbedarf, keine genaue Angabe möglich

Referendarplätze 2018: keine

Praktikumsplätze 2018: keine

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter: werden nicht beschäftigt

Referendare: werden nicht beschäftigt

Beamte/Juristen

1. Jahr: ab ca. 49.000 Euro nach BBesG A13 plus Sicherheitszulage ca. 2.400 Euro

2. und 3. Jahr: keine Angaben

Das Leben der Anderen. Hier wird nicht geschossen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) mit Sitz in Köln und Berlin ist schließlich nicht die Polizei, sondern als Inlandsnachrichtendienst des Bundes dafür zuständig, Gefahren durch politischen Extremismus und Terrorismus zu ermitteln und Spionage abzuwehren. Volljuristen kommen beim BfV unter anderem dann zum Einsatz, wenn es darum geht, zwischen Persönlichkeitsrechten und Überwachungsinteressen abzuwägen. Oder sie stehen an der Spitze eines Teams, das Verbotsverfahren von extremistischen Internetplattformen koordiniert. Seit sich die Sicherheitslage in Deutschland und Europa verschärft hat, ist der Personalbedarf der Behörde enorm, und die Aufstiegschancen sind gerade für Juristen nach BfV-Angaben sehr gut.

azur Urteil Bundesamt für Verfassungsschutz

Alles durchleuchtet. Wer sich für diese Arbeit im Verborgenen interessiert, muss zwingend die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. Was die Examensnoten anbelangt, liegt die Latte nicht unüberwindbar hoch:
So verlangt das BfV von Bewerbern in beiden Examina zusammenge­rechnet 13 Punkte, wobei diese sich idealerweise aus zwei mindestens ­befriedigenden Staatsprüfungen ergeben sollten. Dafür sind die Sicherheitsauflagen streng. Wer zum eintägigen Assessmentcenter beim ­Bundesinnenministerium in Berlin eingeladen wird, muss sich zur ­Sicher­heits­überprüfung bereit erklären. Bei dieser werden besonders die Lebensumstände des Bewerbers, aber auch dessen persönliches Umfeld durchleuchtet. Referendare und Praktikanten nimmt das BfV wegen dieser umfangreichen Sicherheitsüberprüfungen gar nicht erst auf. Die Behörde ist bemüht um vielfältige Teams und besonders interessiert an Bewerbern, die neben den obligatorischen Englischkenntnissen weitere Sprachen wie Arabisch oder Türkisch beherrschen.

Staatstragende Aufgaben. Volljuristen beginnen ihre Laufbahn beim Verfassungsschutz mit einem Traineeprogramm, das drei Stationen von je zehn Monaten umfasst. Sie starten zunächst in der Querschnittsabteilung „Zentrale Dienste“, danach geht die Ausbildung in Fachabteilungen weiter, die sich auf Links-, Rechts- oder islamischem Terrorismus oder auch IT-Angriffsabwehr spezialisiert haben. Berufseinsteiger sind vom ersten Tag an Beamte auf Probe, die Aussichten auf eine Verbeamtung auf Lebenszeit nach drei Jahren ist laut BfV sehr gut. Im Laufe des Traineeprogramms nehmen Volljuristen auch an diversen Schulungen der Akademie für Verfassungsschutz teil, in denen es sowohl um spezifische Rechtsthemen als auch um Nachrichtentechnik oder aktuelle sicherheitsrelevante Fragen geht. Auch Soft-Skills-Seminare sind Teil der Ausbildung. Besonders Volljuristen gelten im BfV als potenzielle Führungskräfte, die innerhalb von drei Jahren zum Referatsleiter aufsteigen können – die Behörde bereitet diese in Führungskräfteschulungen auf die neue Aufgabe vor.

Auch die Arbeitszeit wird überwacht. Eine Wochenarbeitszeit von 41 Stunden ist in den meisten Kanzleien undenkbar – für Bundesbehörden ist sie Standard. Wer in heißen Phasen mehr arbeitet, kann diese Überstunden später durch Freizeit ausgleichen. Auch beim Thema Teilzeit gelten die üblichen Vorgaben des öffentlichen Dienstes. Davon profitieren insbesondere Mitarbeiter mit Familie. Diese guten Bedingungen machen das BfV offenbar besonders für Juristinnen zu einem attraktiven Arbeitgeber: Mit knapp 50 Prozent Frauenanteil übertrifft das BfV sogar andere Behörden wie das Bundeskriminalamt, von Kanzleien und Rechtsabteilungen ganz zu schweigen.