azur100
23.02.2018 | Autor/in: azur Redaktion

AGS Acker Schmalz

Top-Arbeitgeber Compliance – azur100 2018

Die Kanzlei auf einen Blick

Standorte in Deutschland: Frankfurt und Hamburg

Internationale Präsenz: Die Kanzlei verfügt über kein internationales Netzwerk oder ausländische Büros.

Personalkennzahlen

Anwälte in Deutschland: 7 Vollpartner, 7 Non-Equity-Partner und 7 Associates

Frauenanteil Anwälte: 14,3%

Weitere Juristen (z.B. Dipl.-Jur., LL.B.) in Deutschland: keine

Neueinstellungen Volljuristen 2018: 1 bis 4

Referendarplätze 2018: 4

Praktikumsplätze 2018: 10

Vergütung

Wissenschaftliche Mitarbeiter:
15 Euro/h (vor dem 1. Examen),
15 Euro/h (nach dem 1. Examen),
keine Angaben (nach dem 2. Examen)

Referendare: 15 Euro/h

Associates

1. Jahr: 80.000 bis 90.000 Euro plus Bonus

2. und 3. Jahr: keine Angaben

Festgestecktes Ziel: Partnerstatus. Wer bei AGS einsteigt, wird eines Tages Partner – das ist der Normalfall, von dem die Kanzlei ausgeht. Beispiele dafür, dass das auch realistisch ist, gibt es genug: Im Vorjahr schafften je zwei Anwälte den Aufstieg zum Non-Equity- und Equity-Partner. Damit der Aufstieg innerhalb der vorgesehenen sechs Jahre gelingt, unterstützt die Kanzlei ihre Junganwälte durch ein Mentorenprogramm und hilft beim Aufbau eigenen Geschäfts. In der azur-Umfrage loben die AGS-Associates diese Angebote. Auch ihre Chancen auf den Vollpartnerstatus beurteilen sie in der azur-Associate-Umfrage positiver als die meisten Junganwälte in anderen Kanzleien. Manche fordern allerdings eine strukturiertere Förderung, etwa durch das „Aufzeigen konkreter Karriereschritte“.

azur Urteil AGS Acker Schmalz
Praktikanten und Referendare lernen aus der Praxis. Schon vor dem Berufseinstieg lernen Juristen bei AGS ihr Handwerk, wie in vielen kleineren Einheiten üblich, vor allem durch die direkte praktische Mitarbeit. Hier erwarten sie Schwerpunkte in Konfliktlösung, Haftung und bei kleineren Untersuchungen. Die Kanzlei berät auch zu präventiver Compliance, unter anderem für die Mandantin Vodafone. Kernstück der Asso­ciate-Ausbildung sind Schulungen, bei denen abwechselnd Partner und externe Referenten juristische Grundlagen vermitteln und aktuelle Rechtsfragen besprechen. Praktikanten und Referendare dürfen diese Veranstaltungen ebenfalls besuchen. Den Associates reicht diese Ausbildung allerdings nicht mehr aus. In der azur-Umfrage beschreiben sie die Weiterbildung als verbesserungswürdig, ein Teilnehmer kritisiert das Angebot sogar als „quasi nicht vorhanden“. Lob gibt es in der azur-Umfrage dagegen für die Möglichkeit, externe Fachveranstaltungen zu besuchen.

Glückliche Associates, hoher Anspruch. Mit durchschnittlich 48 Wochenstunden arbeiten Associates bei AGS laut azur-Umfrage rund sechs Stunden weniger als der Marktdurchschnitt. Entsprechend zufrieden sind sie mit den „vernünftigen Arbeitszeiten“. Auch die abrechenbaren Honorarstunden, die laut Kanzlei bei etwa 1.300 bis 1.500 pro Jahr liegen sollten, sind im Marktvergleich human. Dafür gibt es allerdings auch kein absolutes Top-Gehalt, wie es in den Compliance-Praxen vieler Großkanzleien Standard ist – ein Kritikpunkt für viele AGS-Associates in der azur-Umfrage. Ab dem zweiten Berufsjahr gibt es keine festen, sondern leistungsabhängige Gehaltssteigerungen. Trotz des finanziellen Nachteils hält die Kanzlei am Doppel-VB als Mindestanforderung fest. Ausnahmen, etwa wenn der Bewerber sich bereits als Referendar bewiesen hat, sind allerdings möglich.

Work-Life-Balance: die Familienkanzlei. Für das „überragende“ Betriebsklima, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und die Work-Life-Balance vergeben die AGS-Associates in der azur-Umfrage ausgesprochen gute Noten. Die Teilzeit- und Homeoffice-Angebote der Kanzlei werden gern genutzt, auch zwei Non-Equity-Partner arbeiten auf Teilzeitbasis – nur logisch, wenn die Mannschaft insgesamt 13 Kinder im Alter von unter zwei Jahren zu Hause hat. Darum ist es auch Alltag, dass an bestimmten Tagen ein früher Feierabend abgesprochen wird, um die ­Kita-Abholzeit einzuhalten.