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14.02.2018 | Autor/in: Markus Lembeck

20 neue Professuren: Dieter-Schwarz-Stiftung fördert TU München

Die TU München bekommt 20 Stiftungsprofessuren von der gemeinnützigen Dieter-Schwarz-Stiftung. Mit 13 dieser Professuren gründet sie einen Standort in Baden-Württemberg. Lange wurde verhandelt, dabei ging es nicht nur um die fortlaufende Finanzierung, sondern auch um die wissenschaftliche Unabhängigkeit der Professoren. Am Ende steht ein rechtlich und politisch bedeutsamer Vertrag, der fast eine Milliarde Euro schwer sein dürfte. Nun müssen noch das bayerische Finanz- und Wissenschaftsministerium dem Deal zustimmen.

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Gerald Reger von der Kanzlei Noerr, Berater der Dieter-Schwarz-Stiftung

Die Dieter-Schwarz-Stiftung finanziert die 20 Professuren für zunächst 30 Jahre, eine Verlängerung des Förderzeitraums ist aber möglich. Neben der Ausstattung der Professoren mit Mitarbeitern sind auch die anfallenden Pensionen der Lebenszeitprofessuren Teil der Förderung durch den Lidl-Gründer, der bereits den Bildungscampus Heilbronn finanziert. Ebenso übernimmt der Stifter die Kosten für geplante Studentenwohnheime in München-Garching.

Komplexer Vertrag

Zentraler Gegenstand des Vertrages ist neben der gesellschaftsrechtlichen Struktur der TU-München-Dependance, die bayerische Verwaltungsakte in Baden-Württemberg vollziehen darf, vor allem das Insolvenzrecht gewesen: Der Vertrag sichert die TU München für den Fall ab, dass die Stiftung ihren zugesagten finanziellen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen kann.

Gleiches gilt für die verfassungsrechtliche Frage nach der wissenschaftlichen Unabhängigkeit der Professoren. Ob der Vertrag den Anforderungen genügt, müssen die bayrischen Ministerium für Finanzen und Wissenschaft entscheiden. Bereits zum Wintersemester soll der Lehrbetrieb starten. Mit den zusätzlichen 20 Professuren entwickelt sich die betriebswirtschaftliche Fakultät der TU München zur größten in Deutschland. Gleichzeitig steigt die baden-württembergische Kleinstadt Heilbronn zur Universitätsstadt auf, ein zentrales Ziel von Dieter Schwarz, der der Region und vielen Unternehmen dort verbunden ist. In Heilbronn ist bereits die German Graduate School of Management & Law angesiedelt, die unter anderem einen LL.M. in Business Law anbietet.

Kanzleien Noerr und Clifford Chance beraten

Das Beraterteam der Stiftung um den Münchener Partner Dr. Gerald Reger unterhält gute Kontakte zur Schwarz-Gruppe. Für die Dieter-Schwarz-Stiftung war die Kanzlei in diesem Mandat allerdings erstmals tätig. Das Mandat bekam sie im vergangenen August. Anfänglich sollte das Noerr-Team als alleiniger Berater für beide Parteien den Vertragsschluss begleiten. Schnell wurde den Beteiligten jedoch klar, dass dies schwierig werden würde, weil die Parteien nicht in allen Punkten dieselben Interessen haben.

Für die TU München kam dann Clifford Chance unter Federführung von Dr. Patrick Biagosch ins Mandat. Clifford hat die Münchner Universität bereits in der Vergangenheit zu gesellschaftsrechtlichen Fragen rund um ihre Dependance in Singapur beraten. (Martin Ströder)