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30.01.2018 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Wachstumskurs: Inhouseabteilungen stellen erneut mehr ein

Die deutschen Rechtsabteilungen wollen 2018 wieder mehr Berufsträger einstellen. Das ergab eine JUVE-Umfrage bei rund 300 Verantwortlichen aus den Bereichen Recht und Compliance. Auch der Bedarf an juristischen Fachkräften steigt.

Von den Befragten rechnen 37 Prozent damit, in diesem Jahr weitere Berufsträger einzustellen. In den Vorjahren waren es noch 34 Prozent (2016) und 32 Prozent (2017). Juristische Fachkräfte wollen 22 Prozent der Verantwortlichen engagieren, in den beiden Vorjahren waren es jeweils 17 Prozent. Nur 2 Prozent beziehungsweise 4 Prozent der Befragten beabsichtigen, Personal zu leihen oder abzubauen.

Insourcing-Trend hält an

Dass der Bedarf an Inhousejuristen wächst, liegt den Umfrageteilnehmern zufolge an mehreren längerfristigen Entwicklungen. Zum Einen ist der Insourcing-Trend der letzten Jahre noch lange nicht abgeschlossen: Viele Rechts- und Compliance-Abteilungen sollen ihre Kosten weiter reduzieren und begegnen diesem Druck unter anderem damit, dass sie Beratungsleistungen selbst erbringen und dafür auch zusätzliche Juristen einstellen, statt externe Kanzleien zu mandatieren. Der interne Stundensatz für Rechtsberater liegt laut JUVE-Umfrage bei rund 119 Euro. Externe Kanzleien dagegen verlangen laut einer weiteren JUVE-Erhebung im Durchschnitt 270 Euro für die Associate- und 342 Euro für die Partnerstunde.

Digitalisierung bringt Mehrarbeit

Zum anderen investieren die Inhouseabteilungen kräftig in die Digitalisierung ihrer Arbeitsabläufe, um eines Tages deutlich effizienter beraten zu können. Die Beschäftigung mit den neuen technischen Möglichkeiten und die damit oft verbundene Neuaufstellung der Rechtsabteilungen bindet personelle Kapazitäten, die kurzfristig durch Neueinstellungen ausgeglichen werden müssen. Aber auch langfristig dürften die Inhouseteams nicht schrumpfen: Die Industrie 4.0 wirft neue und komplexe Fragen auf, die hohen juristischen Beratungsbedarf und damit ein starkes Team erfordern. (Norbert Parzinger)

Mehr zur Zukunft der Inhousearbeit lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des JUVE Rechtsmarkt.