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30.01.2018

Recht und Finanzmarkt: Wie Regulierung auf Preise und Unternehmenswert wirkt

Zu den neuen Forschergruppen, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) ab sofort gefördert werden, gehört auch ein rechtswissenschaftliches Projekt. Eine sogenannte Kolleg-Forschergruppe in Frankfurt wird den Einfluss institutioneller und regulatorischer Rahmenbedingungen auf die Finanzmärkte untersuchen.

Die beteiligten Wissenschaftler unter der Leitung von Professor Dr. Tobias Tröger wollen die Verzahnung von Recht, Wirtschaft und Politikwissenschaft im Finanzmarkt genauer in den Blick nehmen. Dazu werden etwa Marktpreisreaktionen auf Gesetzesvorschläge und -änderungen gemessen. Zudem wollen die Forscher klären, wie Finanzmarktregulierungen durch die Struktur des Entscheidungs- und Legislativprozesses beeinflusst sein könnten. „Unser Ziel ist es, dass die beiden Disziplinen Rechts- und Wirtschaftswissenschaften nicht nur ein gemeinsames Thema betrachten, sondern auch gemeinsame Methoden entwickeln“, erklärte Tröger.

Konkret geht es zum Beispiel um die Frage, wie sich die in Reaktion auf die Finanzkrise 2007/08 verabschiedeten Rechtsvorschriften auf die Märkte ausgewirkt haben, aber auch, ob der Wert von Unternehmen durch bestimmte Corporate-Governance-Strategien verändert wird. Auch die Erforschung der politökonomischen Determinanten des Zustandekommens verschiedener Regulierungsmaßnahmen steht im Fokus des Projektes. „Unsere Ergebnisse werden den kursierenden ‚simple stories‘ eine Absage erteilen“, meinte Tröger.

Über die zunächst vierjährige Laufzeit des Projekts werden neben den Sprechern sechs weitere Professoren der Goethe-Universität beteiligt sein, zudem zwei Postdocs, acht Junior Fellows und 20 Fellows. Die Förderzusage beläuft sich auf rund 3,1 Millionen für die ersten vier Jahre. Insgesamt erhalten die elf neuen Gruppen rund 32 Millionen Euro von der DFG. (Markus Lembeck)