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14.12.2017 | Autor/in: Markus Lembeck

Hamburg: Neue Arbeitgeber für Juristen

Für Bewerber in Hamburg bieten sich auch 2018 viele neue Möglichkeiten: Beinahe im Monatstakt kündigen bekannte Sozietäten an, in der Hansestadt ein Büro zu errichten. Im abgelaufenen Jahr eröffneten dort unter anderem bereits Noerr oder CBH. Zum Januar kommen nun Beiten Burkhardt sowie Arnecke Sibeth hinzu – Linklaters folgt im Frühjahr.

Nicht zuletzt aufgrund der guten Hochschulsituation ist die Stadt für Kanzleien besonders attraktiv. Neben der Universität Hamburg sorgt die private Bucerius Law School mit ihrem ausgeklügelten Lehrangebot für eine hohe Quote an Prädikatsabsolventen, auch in der Zweiten Juristischen Prüfung. Im Stadtstaat erzielten 2016 über ein Drittel, genauer gesagt 36,7 Prozent der Prüflinge im Zweiten Examen ein Vollbefriedigend oder besser. Zum Vergleich: Niedersachen weist 14,3 Prozent aus, Schleswig-Holstein 10,7 Prozent. Der Bundesdurchschnitt liegt bei 18,3 Prozent.

Kein Schiff wird kommenMit ihrer Entscheidung für Hamburg schlagen die Kanzleien unterschiedliche Wege ein. Arnecke Sibeth schließt sich vor Ort mit der Traditionskanzlei Dabelstein & Passehl zusammen. Ziel von Beiten Burkhardt ist es, nach dem Start mit Quereinsteigern mittelfristig ein Full-Service-Angebot in Hamburg aufzubauen, ebenso wie an ihren bisherigen deutschen Standorten München, Frankfurt, Berlin und Düsseldorf. Dafür will Beiten sowohl auf Partner- als auch auf Associateebene wachsen.

Linklaters kommt im Frühjahr 2018

Auch Linklaters eröffnet im Frühjahr des nächsten Jahres ein Hamburger Büro. Es wird der fünfte deutsche Standort für die internationale Großkanzlei, den sie zunächst mit zwei etablierten Linklaters-Partnern besetzt. Damit betritt nun ein echtes Schwergewicht die Bühne. Auch wenn von Linklaters zu hören war, dass das Büro neben Frankfurt, München, Düsseldorf und Berlin eher als eine kleine Niederlassung angelegt ist, dürfte ihre Präsenz auch für wechselwillige, hochkarätige Hamburger Partner eine neue Möglichkeit darstellen.

Der Hamburger Kanzleimarkt ist seit Jahren in Bewegung. Internationale Großkanzleien wie White & Case oder Freshfields Bruckhaus Deringer verkleinern ihre Teams, weil sie ihre Stundensätze bei den überwiegend großen mittelständischen und oft familiengeführten Hamburger Unternehmen immer seltener durchsetzen können – auch weil die Hansestadt überdurchschnittlich viele Spin-offs beherbergt. Diese Kanzleineugründungen durch erfahrene Ex-Anwälte der Großsozietäten können ihre Beratung erheblich günstiger anbieten als die internationale Konkurrenz. (Christin Stender, Christine Albert, Jörn Poppelbaum, Markus Lembeck)