© JUVE GmbH Köln
28.11.2017

Erstes Staatsexamen: Mehr Absolventen, mehr Prädikate

Die Anzahl der Studierenden, die erfolgreich die Erste Juristische Staatsprüfung absolviert haben, ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 1.000 (+12,5 Prozent) auf 9.353 angestiegen, meldet das Bundesamt für Justiz (BfJ). Die Statistik der Bonner Behörde bezieht sich auf die Gesamtnote des Ersten Staatsexamens aus den beiden Prüfungsteilen Universität und Staat. Um 16 Prozent nach oben ging die Zahl der Absolventen mit Prädikatsexamen: 3.165 Prüflinge erzielten ein „vollbefriedigend“ oder besser, 437 mehr als im Vorjahr.

Laut BfJ sind die besseren Ergebnisse darauf zurückzuführen, dass in Bayern rund 39 Prozent mehr Studierende als im Vorjahr die Erste Juristische Staatsprüfung erfolgreich abgeschlossen haben. Dem liege zwar ein Anstieg der geprüften Kandidatinnen und Kandidaten von rund 20 Prozent zugrunde, insgesamt sei die Erfolgsquote aber auch unter Berücksichtigung dieses enormen Anstiegs um 10 Prozent höher gewesen.

Frauen in der Mehrheit

Die BfJ-Statistik umfasst auch das Zweite Staatsexamen. Dort gab es 2016 keinen Anstieg bei den erfolgreichen Absolventen. 7.460 Kandidaten bestanden die zweite juristische Staatsprüfung, fast genau so viele wie 2015 (7.462). In beiden Jahrgängen haben rund 86 Prozent der Studierenden ihre Zweite Püfung erfolgreich abgelegt. Der Anteil der Frauen mit erfolgreichem Abschluss steigt seit Jahren kontinuierlich an und ist jetzt auf 56,4 Prozent gegenüber 55,7 Prozent (2015) gestiegen.

„Eine Verdopplung im Vergleich zum Vorjahr gab es bei den Prüflingen, die die Zweite Juristische Staatsprüfung mit der Note 1 abgeschlossen haben“, verkündet das BfJ. Die Zahl von 6 Einser-Absolventen ist trotzdem gering. Insgesamt gilt weiterhin: Die meisten Nachwuchsjuristen, die sich für das Zweite Examen anmelden, bestehen die Prüfung. Jedoch liegt hier der Anteil von „vollbefriedigend“ oder besser stabil bei gut 18 Prozent.

Woher kommen die Prädikatsjuristen?

Dem juristischen Arbeitsmarkt, der unverändert stark auf überdurchschnittliche Noten schielt, stehen weiterhin nur rund 1.500 Prädikatsabsolventen als Volljuristen zur Verfügung. 2016 erreichten 1.584 Kandidaten dieses Niveau, gerade einmal 9 Juristen mehr als 2015. Auch ein weiteres Problem lässt sich aus den Zahlen ablesen. Die Richtung 10.000 gehende Zahl der Studienabsolventen dürfte eine große Herausforderung für die Vergabe von Referendariatsplätzen darstellen, da in den vergangenen Jahren mehrere Bundesländer eine Begrenzung dieser Plätze beschlossen haben. (Markus Lembeck)