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24.10.2017

Wintersemester-Start in Leipzig: Mehr Kapazitäten durch Dresdner Professoren

Die Juristenfakultät der Universität Leipzig ist auf Wachstumskurs. Zum Wintersemester 2017/18 hatten sich über 2.300 Abiturienten für ein Jurastudium beworben, 590 Erstsemester wurden zugelassen. Perspektivisch strebt Leipzig 750 Erstsemester in Jura an. Möglich wird der Ausbau durch eine deutliche personelle Verstärkung.

Der Lehrbetrieb wurde zum September um drei Professoren erweitert, die von der Technischen Universität Dresden an die Universität Leipzig versetzt worden sind. Dies sind Dr. Arnd Uhle, Professor für Öffentliches Recht, insbesondere Staatsrecht, Allgemeine Staatslehre sowie Verfassungstheorie und vorher Dekan der Dresdner Juristenfakultät, Dr. Jochen Mohr, Professor für Bürgerliches Recht, Kartell-, Energie- und Arbeitsrecht, und Dr. Gregor Roth, Professor für Bürgerliches Recht, Gesellschaftsrecht und Steuerrecht.

Vor einem Jahr hatte die sächsische Landesregierung gegen den heftigen Widerstand von Dresdner Juristen beschlossen, die rechtswissenschaftliche Ausbildung im Land auf den Standort Leipzig zu konzentrieren. Eines der Hauptargumente war neben Einsparungen die erwartete Pensionierungswelle von Juristen im Staatsdienst. Insgesamt fünf Professoren-Versetzungen von Dresden nach Leipzig sollen bis Ende 2018 vollzogen sein. Hinzu kommen nach Angaben der Universität vier neue, allerdings auf fünf Jahre befristete Professuren. Wenn alle Stellen besetzt sind, gehört die Leipziger Juristenfakultät mit 26 Professuren zu den größten in Deutschland, vergleichbar mit den Universitäten in Köln, Hamburg oder München.

„Unser Ziel ist freilich, dass nicht nur die Größe, sondern auch die Attraktivität und Sichtbarkeit der Fakultät wachsen“, erklärte Professor Uhle. „Das gilt umso mehr, als der Ausbau der hiesigen Fakultät bundesweit Beachtung erfährt. Den damit verbundenen Erwartungen wollen und werden wir entsprechen. Dazu verpflichtet uns bereits die Erweiterung der Juristenfakultät um insgesamt neun Lehrstühle. Sie stellt für die Fakultät eine nahezu einmalige Entwicklungschance dar.“ In den vergangenen Jahren gab es in Leipzig 464 Erstsemesterplätze, in Dresden schrieben sich rund 250 Studierende jährlich für den Jura-Bachelor (LL.B.) ein. Nach der Wende hatte die Dresdner Hochschule von 1991 bis 2004 ebenfalls einen Staatsexamens-Studiengang in Jura angeboten. (ML)