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23.10.2017 | Autor/in: Markus Lembeck

Umsätze der Wirtschaftskanzleien: Mittelstandsberater wachsen kräftig

Die neue JUVE-Rangliste mit den Umsätzen der Top-100-Wirtschaftskanzleien ist erschienen. Deloitte Legal ist der Aufsteiger des Jahres. Mit einem Plus von 38,5 Prozent machte die Gesellschaft den größten Sprung nach vorne. Auch bei der Kennzahl ‚Umsatz pro Berufsträger‘ (‚UBT‘) spielt mit EY Law eine Big-Four-Gesellschaft vorne mit.

Insgesamt entwickelte sich der Rechtsmarkt zuletzt wieder sehr positiv. Doch während die Mittelstands- und Konzernberater ordentlich zulegten, zeigten die Transaktionsberater überraschenderweise die schwächste Performance, wie aus den Recherche-Ergebnissen in der Ausgabe 10/2017 von JUVE Rechtsmarkt hervorgeht.

Lediglich 12 der 100 umsatzstärksten Kanzleien im deutschen Rechtsmarkt schlossen ihr abgelaufenes Geschäftsjahr mit einem Umsatzminus ab. Einer der Gründe für die positive Entwicklung ist das angezogene Transaktionsgeschäft. Dabei lieferten die klassischen Transaktionsberater relativ gesehen die schwächste Leistung ab. Sie verbuchten lediglich ein Umsatzwachstum von vier Prozent und schlossen beim UBT gar mit einem leichten Rückgang von 0,5 Prozent ab.

Mittelstandsfokus zahlt sich aus

Die Konzernberater legten sowohl beim Umsatz als auch beim UBT um 6,1 Prozent zu. Und die auf den Mittelstand fokussierten Kanzleien kamen gar auf eine Umsatzsteigerung von 9,1 Prozent – und einen UBT-Wachstum von 3,4 Prozent. Da verwundert es wenig, dass eine den Mittelstandsberatern zuzuordnende Sozietät den größten Umsatzsprung schaffte. Um satte 38,5 Prozent (von 26 Millionen auf 36 Millionen Euro) legte der Rechtsberatungszweig der Big-Four-Gesellschaft Deloitte zu.

Neben dem Wachstumstreiber Compliance speist sich das Umsatzplus von Deloitte Legal vor allem aus der engen Anbindung an das Mutterhaus. „Ein Großteil des Umsatzwachstums resultiert aus der Deloitte-Gruppe”, sagte Managing-Partner Dr. Markus Schackmann. Der Abstand zur direkten Wettbewerberin EY Law liegt nun nur noch bei knapp 4 Millionen Euro. Dabei legte die Big-Four-Beraterin ebenfalls um beachtliche 13,2 Prozent Umsatz zu (von 35,2 auf 39,8 Millionen Euro) und ist mit einem Produktivitätszuwachs von 15,1 Prozent gar auf Platz drei der Kanzleien, die ihren UBT am deutlichsten steigern konnten. Der UBT von EY Law liegt nun bei 332.000 Euro.

Gute Nachwuchsarbeit schafft Produktivität

Der höchste Produktivitätszuwachs gelang ebenfalls einer Mittelstandsberaterin: Raue legte um 17,8 Prozent zu und kommt nun auf einen UBT von 375.000 Euro. Ein Allzeithoch für die Sozietät – jedenfalls seitdem sie sich im Jahr 2010 von Hogan & Hartson loslöste. Ein Erfolgsrezept dürfte neben der Strahlkraft etablierter Partner vor allem die seit einigen Jahren forcierte Aufbauarbeit mit jüngeren Partnern sein – vor allem in den Energierechtspraxis und dem Private-Equity-Geschäft schlug sich diese zuletzt deutlich nieder. (Daniel Lehmann)