Magazin-Artikel
01.06.2017 | Autor/in: Helena Hauser

Mit einem Lächeln im Gericht: Cordula Schumacher im Porträt

AZ01/17

Ein Beitrag aus azur 1/2017.

Eine Strategie entwickeln, überzeugen, den Gegner in die Enge treiben und dann gewinnen – Gewinnen macht Spaß. Und Spaß hatte Cordula Schumacher in letzter Zeit häufig im Gerichtssaal. Die Düsseldorfer Anwältin weiß, was sie will und wie sie es bekommt – aber auch, dass die Siege ihren Preis haben.

von Helena Hauser

„Sehr motiviert, immer erreichbar, strategisches Verständnis“, so beschreiben Mandanten Cordula Schumacher. Die 41-Jährige ist Partnerin in der Düsseldorfer Spezialkanzlei für Gewerblichen Rechtschutz Arnold Ruess. Hier ist sie neben den beiden Gründern Bernhard Arnold und Peter Ruess die dritte im Bunde und beherrscht im Moment die öffentliche Wahrnehmung der Patentrechtspraxis.

Schumacher_CordulaOb es für den Schweizer Aufsteiger Ethical Coffee Company darum geht, im Kaffeekapsel-Streit mit Nestlé die Vormacht der Marke Nespresso zu bremsen, für Hexal um den Markteintritt für ein Epilepsiemittel oder für Sisvel um die Umsetzung von Vorgaben des EuGHs für faire und nichtdiskriminierende Lizenzen bei Mobilfunkstandards – Schumacher ist häufig bei den großen Patentfällen dabei. Die meisten Verfahren gewinnt sie, selbstverständlich. Die verlorenen sind schnell wieder vergessen. „Ich verliere nun mal nicht gerne“, sagt Cornelia Schumacher und muss dabei selbst lachen.

Die Mittel richtig ausspielen

An Selbstbewusstsein mangelt es ihr nicht. Wenn sie einen Raum betritt, nimmt sie diesen auch ein. Vielleicht, weil sie immer freundlich ist und gerne lacht. Vielleicht, weil sie in der männerdominierten IP-Welt auffällt. Vielleicht, weil sie bei Freshfields Bruckhaus Deringer, wo sie nach ihrem Studium einstieg, gelernt hat, alle Mittel auszuspielen, um im Gerichtsaal die richtige Wirkung zu entfalten. Wenn Cornelia Schumacher von Patentprozessen und Erfolgen redet, lehnt sie sich nach vorne, ihre Augen strahlen, und sie beobachtet die übrigen Anwesenden eindringlich.

Neben ihrer Partnerrolle bei Arnold Ruess ist Schumacher Mutter von zwei Kindern. Zwei und vier Jahre alt sind die Kleinen, das dritte Kind ist auf dem Weg und zeichnet sich schon unter ihrem Kleid ab. Zehn Tage nach der Geburt ihres dritten Kindes will sie wieder arbeiten – wenn auch nicht direkt in Vollzeit. Beim letzten Kind hat das auch geklappt.

Internationale Arbeit

Die bald dreifache Mutter wirkt entspannt, wenn sie über die Herausforderung spricht, die eigene Kanzlei und die Kinder unter einen Hut zu bringen. Ähnlich gelassen klingt sie, wenn es um das neue europäische Patentgericht geht. Der sogenannte Unified Patent Court, kurz UPC, soll Ende des Jahres seine Pforten öffnen. Das neue Gericht urteilt Patentprozesse für die gesamte Europäische Union. Auf dieses Feld spezialisierte Kanzleien wie Arnold Ruess stehen dann europaweit untereinander im Wettbewerb. Viele der Konkurrenten fürchten daher die neue Situation.

„Ich freue mich auf den UPC und noch mehr internationale Arbeit“, sagt Schumacher. „Meine Partner und ich arbeiten schon jetzt sehr international.“ Rund 80 Prozent der Mandate haben bereits einen ausländischen Bezug. Außerdem sei das neue Gericht eine einmalige Möglichkeit, an einer breiteren Front zu gewinnen, fügt Schumacher lachend hinzu.

Fortsetzung

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