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28.02.2017 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Kein Geld für Legal Tech: Legalbase ist insolvent

Mit ein paar Klicks zum Rechtsrat: Legalbase, das Berliner Start-Up des Smartlaw-Gründers Daniel Biene, wollte Anwälte und Mandanten über eine Vermittlungsplattform im Internet zusammenbringen. Mit einer großen Finanzspritze aus den USA ging das Unternehmen vor rund einem Jahr an den Start – und scheiterte. Nun ist Legalbase zahlungsunfähig.

Daniel Biene

Daniel Biene

Die Idee von Legalbase: Um in der digitalen Welt Rechtsrat zu erhalten, genügen drei Klicks. Produkt aussuchen, Anwalt wählen, Ergebnis erhalten. Legalbase greift dabei auf ein Netzwerk freier Juristen in ganz Deutschland zurück, die Leistungen wie Unternehmensgründungen oder Markenanmeldungen anbieten – zum Festpreis. Auch die Anwälte einiger Wirtschaftskanzleien bieten ihren Rechtsrat über die Plattform im Internet an. Ein Beispiel, das zeigte: Wer einen Anwalt braucht, muss ihn nicht mehr zwingend in dessen Büro aufsuchen. Er findet ihn auch im Internet.

Nach Berichten des Online-Magazins Gründerszene führte eine geplatzte Finanzierungsrunde zur Zahlungsunfähigkeit. Legalbase habe demnach 2 Millionen Euro von den bisherigen Geldgebern aufnehmen wollen, das Kapital habe Gründer Biene für gesichert gehalten. Nun ist erst einmal der Insolvenzverwalter am Zug.

Es soll dem Bericht zufolge eine neue Finanzierungsrunde auf die Beine gestellt werden, um das Start-Up mit 17 festen Mitarbeitern zu retten. Hauptinvestor bei Legalbase ist Legalzoom: Das Unternehmen war vor rund zehn Jahren mit einem ähnlichen Modell in den USA gestartet und ist seitdem dort ein Branchenstar. In Deutschland hatte Legalbase-Gründer Biene zuvor schon Smartlaw ins Leben gerufen und 2014 an den Verlag Wolters Kluwer verkauft.

Im Aufsichtsrat von Legalbase sitzt unter anderem Markus Hartung, Direktor des Bucerius Center for the Legal Profession. Dr. Friedrich Blase, Direktor der ‘Un-Firm of the Future’, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Rechtsberatung effizienter zu machen, ist Teil des Advisory Committee. Zum Gründungsteam gehörten neben Daniel Biene auch Christoph Jenke und Peter Schink. (Eva Lienemann)

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