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31.01.2017 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Gehälter: Das verdienen die deutschen Inhousejuristen

Die Gehälter für Chefjuristen in Deutschland legen erneut zu. Im Median lag das Grundgehalt 2016 bei 144.000 Euro, flankiert von geldwerten Zusatzleistungen im Wert von 40.000 Euro. Insgesamt zeichnet sich ab, dass Inhouse-Positionen mit Führungsverantwortung von Jahr zu Jahr besser dotiert werden, während die Zahlungen auf Mitarbeiterebene eher stagnieren.

Damit widersetzen sich die Unternehmen auch der Entwicklung in den Kanzleien, mit denen sie letztlich um dieselben Bewerber buhlen: Während bei den Kanzleien schon seit einigen Monaten ein Gehaltswettbewerb ausgebrochen ist, pendeln sich die Gehälter bei den Berufsträgern in Unternehmen bei 70.000 Euro ein, ergänzt mit 10.000 Euro geldwerten Zusatzleistungen. Dabei rücken die Branchen auch enger zusammen, so dass es sich immer weniger lohnt, sich umzuorientieren – es sei denn, der Wechsel ist mit einem Aufstieg verbunden.

Erstmals seit der Erhebung der Zahlen durch JUVE lagen einzelne Medianwerte über 200.000 Euro. So steigt das Grundgehalt der General Counsel in Unternehmen mit mehr als 10.000 Mitarbeitern auf 210.000 Euro. Besonders spendabel zeigt sich der Maschinen- und Anlagenbau mit einem Grundgehalt von 212.000 Euro für Chefjuristen.

Üblicherweise schauen die deutschen General Counsel mit einem gewissen Neid auf ihre US-Kollegen. Vor allem in den amerikanischen Großkonzernen wird üblicherweise ein Vielfaches dessen verdient, was hierzulande möglich ist. Doch die JUVE Inhouse-Umfrage zeigt, dass die deutschen General Counsel im internationalen Vergleich nicht so schlecht dastehen. Tatsächlich wird in den Vereinigten Staaten besser verdient und auch Großbritannien entlohnt General Counsel großzügiger als Deutschland, doch halten sich die Unterschiede in Grenzen.

Möglich ist hier nur eine allgemeine Einordnung, da internationale Gehaltsstudien zu unterschiedlichen Resultaten kommen. Ein markanter Unterschied zwischen Deutschland und den USA bleibt jedoch: Die Entlohnung mit Equity ist in den USA – trotz eines schleichenden Bedeutungsverlustes – immer noch regelmäßig Teil der Gesamtvergütung. In Deutschland erhält immerhin ein gutes Viertel der knapp 100 Befragten ebenfalls Aktien oder Aktienoptionen. (Astrid Jatzkowski)