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29.11.2016 | Autor/in: Markus Lembeck

Studenten als Start-up-Berater: Juristisches Planspiel der Universität Passau ausgezeichnet

Ein in Passau entwickeltes Planspiel für Jurastudierende hat den 1. Preis des sogenannten Hochsprung-Awards gewonnen. Mithilfe der Simulation sollen Start-up-Unternehmen umfassend beraten werden. Zugleich profitieren die Studenten von dem Konzept, da sie schon während ihres Studiums praktische Beratungserfahrungen sammeln können.

Das Planspiel mit dem Titel ‚Law Games – Serious Gaming verbindet Studium mit der Praxis von Start-up-Unternehmen‘ wurde von Prof. Dr. Kai von Lewinski und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Dominic Habel entworfen. Der Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Medien- und Informationsrecht arbeitete dazu mit dem Innovations- und Gründungszentrum Passau zusammen.

Das Konzept ist ein Teil der Law Clinic des Lehrstuhls, die seit zwei Jahren Lehre und Praxis verknüpft. Als sogenannte Law Angels beraten Passauer Jurastudierende unter Anleitung eines Volljuristen bisher Start-up-Unternehmen aus Passau und der Umgebung. Mithilfe des Planspiels soll diese kostenlose Beratung in Zukunft erweitert werden. „Die bisherige Beratung hat sich auf einzelne Rechtsfragen beschränkt. Die Studierenden waren sozusagen die Anwälte der Start-ups“, erklärt Dominic Habel.

Rechtliches Schutzkonzept für Start-ups

Die Rolle des Anwalts werde nun um weitere Rollen zu einem Planspiel der rechtlichen Angreifbarkeit und Verletzlichkeit ergänzt. Am Ende entwickeln die Teilnehmer ein rechtliches Schutzkonzept. „Ziel ist es, durch das Spiel Gefahren für ein Unternehmen zu erkennen und Lösungen anzubieten. Unsicherheiten, die gerade zu Beginn einer Unternehmensgründung hemmen können, sollen so ausgeräumt werden“, sagt Habel.

Neben den jungen Unternehmen profitieren auch die Studierenden von einer Teilnahme. „Zum einen belegen Studien, dass man spielerisch leichter lernt. Zum anderen eröffnen sich während der Simulation Perspektiven, die den Studierenden eventuelle Unsicherheiten in Bezug auf ihren beruflichen Weg nehmen können. Denn nicht alle Jurastudierende werden Richterinnen oder Richter. Ein Großteil unserer Absolventinnen und Absolventen arbeitet später in der freien Wirtschaft“, sagt Dominic Habel.

2.500 Euro Preisgeld

Das Preisgeld von 2.500 Euro wird nun in die praktische Umsetzung des Planspiels investiert. Die erste Simulation soll im Sommersemester 2017 stattfinden. Dabei kooperiert die Universität Passau auch weiterhin mit lokalen und regionalen Unternehmen. „Aber es gibt auch schon überregionales Interesse“, so Dominic Habel. Auf lange Sicht sei zudem die Ausweitung des Planspiels auf weitere Studiengänge denkbar.

Der Hochsprung-Award, der Angehörige aller bayerischen Hochschulen für das Thema Entrepreneurship sensibilisieren will, wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen. Er ist Teil der Initiative „Hochsprung“ des Bayerischen Wissenschaftsministeriums. Das Passauer Projekt setzte sich gegen zehn weitere Konzepte durch. (Markus Lembeck)