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26.08.2016 | Autor/in: Markus Lembeck
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Expansionskurs: Junge Talente sollen Dentons nach vorn bringen

Die Kanzlei Dentons wächst in Deutschland derzeit rasant. Gibt es eine Grenze für den Ausbau? Ein Interview mit dem deutschen Managing-Partner Andreas Ziegenhagen über den Expansionskurs der Kanzlei.

JUVE: Warum eröffnen Sie jetzt in München?

Ziegenhagen_AndreasAndreas Ziegenhagen: Die Eröffnung in München war der nächste logische Schritt in unserer Wachstumsstrategie für Deutschland. Nach dem Zusammenschluss zu Dentons war erst einmal der Ausbau in Frankfurt und Berlin wichtig, um die gestiegene Beratungsnachfrage zu bedienen. In München hat sich jetzt mit dem Team um Dr. Alexander von Bergwelt eine wunderbare Gelegenheit ergeben, ein geschlossenes Team zur Eröffnung zu holen.

Auch in Berlin und Frankfurt geht der Ausbau mit Quereinsteigern immer weiter. Mittlerweile haben Sie die 100er-Marke bei den Berufsträgern geknackt. Ist das noch integrierbar?

Wir haben in den vergangenen Jahren gezeigt, wie gut sich Quereinsteiger bei uns entwickeln können. Bewusst setzen wir bei unserer Lateral-Strategie auf junge Talente, die auf unserer Plattform neues Geschäft aufbauen – dadurch haben wir unsere Praxisgruppen und Branchenexpertise ergänzt und können unseren Mandanten noch mehr Know-how als Kanzlei einheitlich anbieten.
Zudem unterstützen wir alle Laterals von Beginn an mit unserem individuellem Business-Development-Programm, um die Integration innerhalb Dentons und die gemeinsame Weiterentwicklung des jeweiligen Praxisbereichs schon von Anfang an voranzutreiben. Das hat in den vergangenen zwei Jahren sehr gut geklappt, so hat sich die Corporate/M&A-Praxis personell fast verdoppelt.
Mit den neuen Partnern haben wir unter anderem unsere Compliance-Beratung fest im Markt etabliert und beraten beispielsweise viel mehr China-Deals als früher. Wir erfahren deutlich, dass Unternehmen den Mehrwert durch grenzüberschreitende nahtlose Beratung rund um den Globus zu schätzen wissen.

Ist die Grenze für das Wachstum in Deutschland nicht langsam erreicht?

Noch längst nicht. München beispielsweise soll nach unseren Vorstellungen in den kommenden zwei Jahren auch auf eine Zielmarke von 40 Berufsträgern wachsen – weil der Bedarf da ist. Frankfurt ist da schon fast und hat noch weiteres Wachstumspotenzial, Berlin ist traditionell größer. Ziel ist es, in Deutschland mittelfristig auf 200 Berufsträger zuwachsen.

Wie wichtig ist das internationale Netzwerk für das deutsche Geschäft – und umgekehrt?

Es gibt ein reges Verweisgeschäft aus anderen Ländern nach Deutschland, aber auch aus Deutschland heraus. Konkret hat Dentons aus Deutschland heraus etwa 60 Millionen Euro in Rechnung gestellt. Davon wurden circa 38 Millionen Euro von den Büros in Berlin und Frankfurt erwirtschaftet, circa 22 Millionen Euro wurden für Leistungen der ausländischen Büros eingenommen.
Mittlerweile werden wir aufgrund unserer Größe und des globalen Zuschnitts deutlich stärker wahrgenommen, was sich insbesondere daran zeigt, dass wir häufiger von Unternehmen zur Vorstellung unserer Kanzlei eingeladen werden, mit denen wir bislang noch gar keinen Kontakt hatten.
Direkt nach dem Zusammenschluss war Dentons als Kanzleimarke manchmal noch erklärungsbedürftig. Das hat sich sehr deutlich verändert. Wir können bereits vermehrt Dax-Unternehmen von uns überzeugen und sind zuversichtlich, dies auch zukünftig weiter auszubauen.

Interview: Ulrike Barth

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