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29.08.2016 | Autor/in: Markus Lembeck
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EBS Law School verkauft: SRH-Stiftung will in Weiterentwicklung investieren

Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht hat einen neuen Eigentümer. Die Privathochschule, zu der auch die EBS Law School gehört, wurde an die SRH Higher Education verkauft, die ihrerseits zu der Stiftung SRH Holding gehört. SRH ist neben dem Gesundheitswesen seit Jahrzehnten auch in der Bildung aktiv und betreibt zehn private Hochschulen, an denen 12.000 Studierende eingeschrieben sind.

Deal-Beraterin: Verena Eisenlohr von der Kanzlei Rittershaus.

Deal-Beraterin: Verena Eisenlohr von der Kanzlei Rittershaus.

Name, Standorte und Arbeitsplätze der EBS Universität bleiben erhalten, heißt es in einer Presseerklärung. Die gemeinnützige SRH Higher Education übernimmt auch die acht Immobilien auf dem Campus Oestrich-Winkel und will in die Sanierung und den Ausbau, insbesondere von Schloss Reichartshausen, investieren.

Für die EBS könnte damit eine turbulente Zeit zu Ende gehen. Die früher nur als Business School aktive Hochschule konnte ihre ambitionierten Ziele nur teilweise erreichen. 2011 ging die EBS Law School in der hessischen Landeshauptstadt Wiesbaden an den Start, um der Bucerius Law School in Hamburg Konkurrenz zu machen. Heidelberger Wissenschaftler, allen voran der Arbeitsrechtler Professor Dr. Dr. Gerrick von Hoyningen-Huene als Gründungsdekan, hatten für die Law School ein anspruchsvolles Curriculum entworfen.

Finanzielle Stabilisierung seit 2015

Die zeitgleich zur Universität hinaufgestufte Institution war damals schon von tatsächlichen oder vermeintlichen Skandalen betroffen und wurde zu einem heißen Eisen in der hessischen Bildungspolitik. Im Fokus von Untreuevorwürfen stand der ehemalige Präsident Prof. Dr. Christopher Jahns. Umstritten war auch die Verwendung von Fördergeldern des Bundeslandes. Im Rahmen des anschließenden Transformationsprozesses gelang es Ende 2015 unter anderem durch Spenden, die Finanzen der EBS zu stabilisieren.

Christof Hettich: SRH-Chef und Partner der Kanzlei Rittershaus.

Christof Hettich: SRH-Chef und Partner der Kanzlei Rittershaus.

Die Position des Präsidenten dauerhaft zu besetzen, ist für die EBS immer noch eine Herausforderung. Vorläufig nimmt ein im Februar installierter Präsidialrat die Aufgaben eines Präsidenten wahr. Leiterin dieses für eine Dauer von 18 Monaten berufenen Rats ist die Kölner Juraprofessorin Dr. Barbara Dauner-Lieb, die sich zuvor schon in der EBS-Stiftung engagiert hatte.

Kanzlei Rittershaus berät SRH

Besetzt ist dagegen die Position des Kanzlers. Der frühere Tui-Arbeitsdirektor Peter Schmidt leitet seit diesem Sommer die Verwaltung der Hochschule. Weiteres juristisches Know-how kann indirekt auch der Vorstandsvorsitzende der SRH-Stiftung beisteuern. Professor Dr. Christof Hettich ist zugleich Partner der renommierten Mannheimer Kanzlei Rittershaus. Aus seiner Kanzlei beriet ein Team um Partnerin Verena Eisenlohr die Stiftung bei der Übernahme. Die Verkäuferseite, namentlich die Stiftung zur Förderung der EBS, wurde von Hogan Lovells beraten. Der Münchner Partner Dr. Volker Geyrhalter begleitete die Transaktion. (Markus Lembeck)

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