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26.07.2016 | Autor/in: Norbert Parzinger

Kanzleiumsätze: Magic Circle legt in Deutschland weiter zu

Die vier bedeutendsten britischen Kanzleien, die in Deutschland vertreten sind, melden für das zum Mai beendete Geschäftsjahr 2015/16 solide Ergebnisse. Allen & Overy, Freshfields Bruckhaus Deringer und Linklaters setzten in Deutschland zwischen 3,4 und 7,0 Prozent mehr um als im Vorjahr. Clifford Chance steigerte bei sinkendem Gesamtumsatz ihre Produktivität leicht. Mit Neueinstellungen halten sich die sogenannten ‚Magic Circle‘-Kanzleien derzeit trotzdem eher zurück.

Wie schon in den letzten Jahren ist Freshfields die umsatzstärkste Kanzlei im deutschen Markt. Mit 470 Berufsträgern setzte sie 367 Millionen Euro um. Gegenüber 355 Millionen im Vorjahr bedeutet das einen Zuwachs von 3,4 Prozent. Linklaters erreichte 191,3 Millionen Euro, knapp 4 Prozent mehr als im Vorjahr. Am stärksten legte Allen & Overy zu: 144,6 Millionen Euro bedeuten ein Plus von 7 Prozent. Lediglich Clifford, in Deutschland zuletzt personell deutlich verkleinert, meldete einen Umsatzrückgang um gut 5 Prozent auf 178,4 Millionen Euro.

Produktivität durchweg gestiegen

Besser als am Gesamtumsatz, der eng mit der reinen Größe einer Kanzlei zusammenhängt, lässt sich die Qualität des Mandatsgeschäfts an der Produktivität der Anwälte ablesen. Legt man den erzielten Umsatz auf die Zahl der Berufsträger um, sieht die Bilanz der Magic-Circle-Kanzleien noch positiver aus: Im Durchschnitt erwirtschaftete jeder Freshfields-Anwalt 776.000 Euro – ein Plus gegenüber dem Vorjahr von 6 Prozent und für die Kanzlei ein Rekord.

Einen so hohen Umsatz pro Berufsträger erreicht in Deutschland derzeit keine andere Magic-Circle-Kanzlei. Allen & Overy steigerte diese Kennzahl um 4,5 Prozent auf 696.000 Euro. Clifford schaffte ein Plus von 1,2 Prozent und liegt nun bei 658.000 Euro. Auch bei Linklaters stieg der Umsatz pro Berufsträger, allerdings nur leicht: 669.000 Euro bedeuten ein Plus von 0,7 Prozent.

Weniger Neueinstellungen geplant

Bei der Personalplanung kalkulieren die Magic-Circle-Kanzleien dagegen eher vorsichtig. 2015 wollte Linklaters maximal 70 Associates neu einstellen, 2016 nur noch maximal 60. Bei Clifford ging die Zahl der geplanten neuen Stellen von 50 auf 40 zurück. Freshfields plant unverändert mit maximal 85 Einstellungen, bei Allen & Overy sind es ebenfalls unverändert 40. Im deutschen Markt insgesamt ist der Personalbedarf der Kanzleien dagegen gestiegen. (Norbert Parzinger)

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