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26.07.2016 | Autor/in: Norbert Parzinger

Arbeitgeberranking: Neuer Spitzenreiter in den USA

Im US-Kanzleiranking Vault Law 100 steht zum ersten Mal seit 13 Jahren nicht mehr Wachtell Lipton Rosen & Katz an der Spitze. Stattdessen schob sich Cravath Swaine & Moore mit minimalem Punktevorsprung auf den ersten Platz. Vault bewertet das Renommee von Arbeitgebern für Juristen, als Grundlage dient eine Befragung von 18.000 US-Associates.

Weder Wachtell noch Cravath zählen in den USA zu den größten Kanzleien. Stattdessen gelten sie als Top-Adressen für hochkomplexe Transaktions- und Prozessmandate. Insbesondere Wachtell ist zudem selbst nach US-Maßstäben als hoch profitabel bekannt: Laut der Branchenpublikation ‚American Lawyer‘ erzielte die Kanzlei 2015 rund 6,6 Millionen US-Dollar Gewinn pro Partner.

Auf den folgenden Rängen des Vault-Rankings finden sich eine Reihe von Kanzleien, die auch in Deutschland vertreten sind: Platz drei belegt Skadden Arps Slate Meagher & Flom, Platz vier Sullivan & Cromwell. Auf Platz sieben bis zehn folgen Latham & Watkins, Kirkland & Ellis, Cleary Gottlieb Steen & Hamilton und Gibson Dunn & Crutcher. Insbesondere Latham hatte unter US-Associates in der Finanzkrise wegen zahlreicher Entlassungen deutlich an Renommee eingebüßt und schaffte nun den Wiederaufstieg.

US-Kanzleien auch in Deutschland auf dem Vormarsch

Im deutschen Arbeitgebermarkt sind US-Kanzleien tendenziell für eine Kombination aus harter Arbeit, extrem hohen Gehältern und klar auf das Spitzensegment fokussierten Mandaten bekannt. Im aktuellen azur-Arbeitgeber-Ranking sind diese Sozietäten spürbar stärker vertreten als im Vorjahr: 9 von 41 Kanzleien in den Top 50 sind US-Sozietäten, 2015 waren es nur 7. Anders als Vault bildet die azur-Liste allerdings nicht nur das Renommee der Arbeitgeber, sondern auch die Wünsche von Bewerbern, die Zufriedenheit der Mitarbeiter selbst, die Zahl der Neueinstellungen und das Einstiegsgehalt ab.

Die deutschen Büros der US-Kanzleien punkten meist nicht nur mit Spitzengehältern, sondern auch mit einer besonders zufriedenen Mannschaft, der hohen Arbeitsbelastung zum Trotz. Dass eine Reihe von US-Kanzleien auch bei Studenten und Referendaren auf gesteigertes Interesse stoßen, hängt zudem mit der Expansionsstrategie zusammen, die insbesondere Latham und Kirkland seit rund zwei Jahren in Deutschland verfolgen.

Andere Wettbewerber, darunter die nicht in den Vault-Top-10 vertretenen Kanzleien Milbank Tweed Hadley & McCloy oder Willkie Farr & Gallagher, bieten in Deutschland besonders publikumswirksame Anreize, etwa ein umfassendes Ausbildungsprogramm in Kooperation mit der Harvard University oder eine einmalige Geldprämie für Berufseinsteiger in Höhe von 15.000 Euro. (Norbert Parzinger)

US-Kanzlei ist nicht gleich US-Kanzlei: Welche unterschiedlichen Strategien die amerikanischen Sozietäten im deutschen Markt verfolgen, und welche Bewerber am besten zu ihnen passen, lesen Sie in azur100 2016 (Hier gibt’s azur).

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