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20.04.2016 | Autor/in: Markus Lembeck

Karriere: Weniger Druck auf junge DLA-Partner

Partner, die DLA Piper aus ihren eigenen Reihen neu ernennt, vergütet die Kanzlei künftig für die Dauer von drei Jahren nach dem Lockstep-System. Mit der neuen Regelung will DLA, die sonst weiter nach dem sogenannten Merit-Based-System vergütet, den Druck auf junge Partner mindern. Dieser war gestiegen, seit DLA 2012 die Stufe der Fixed-Share-Partner aufgelöst und ein einstufiges Partnersystem eingeführt hatte. Bei von extern dazu stoßenden Partnern setzt die Kanzlei auch künftig auf individuelle Vereinbarungen. 

Nach dem Gewinnverteilungssystem von DLA wird der Gewinnanteil eines jeden Partners zum Jahresbeginn überprüft und festgesetzt. Am Ende eines Jahres erhalten die Partner noch einen Bonus, der außergewöhnliche Leistungen wie etwa den Ausbau von Mandatsbeziehungen berücksichtigt.

Neue Regel für Gewinnanteile

An diesem System ändert sich grundsätzlich nichts. Die DLA-Partner stimmten allerdings auch dafür, den nach dem Budget errechneten Gewinnanteil künftig in Punkten und nicht wie bisher in Geldbeträgen der jeweils lokalen Währung festzulegen. Das soll die Vergleichbarkeit der Vergütung in den unterschiedlichen Jurisdiktionen erhöhen sowie den Blick der Partner für die Gesamtentwicklung und -profitabilität erhöhen. 

Gleichzeitig gestaltet DLA ihr Bonussystem flexibler. Bislang war der Bonustopf auf fünf Prozent des Kanzleigewinns festgelegt, künftig kann das Management hier auf eine Spanne zwischen vier bis acht Prozent zurückgreifen. Wie hoch der Bonus und der Punktwert ausfallen, entscheidet das Executive Committee von DLA. Deutsches Mitglied in dem Gremium ist der frühere deutsche Managing-Partner Dr. Jan Meents aus München.

Bonus als Management-Thema

Die deutsche Praxis wird seit November 2014 von dem Kölner Arbeitsrechtler Dr. Bernd Borgmann und dem Hamburger Corporate-Spezialisten Dr. Benjamin Parameswaran geleitet. Der deutsche Gründungspartner und langjährige Kanzleimanager Dr. Ulrich Jüngst hat DLA erst zum Jahresanfang verlassen und sich mit einigen DLA-Anwälten in Köln selbstständig gemacht.

Auf internationaler Ebene steht DLA ebenfalls vor einem bedeutenden Wechsel an der Managementspitze. Nigel Knowles, der seit 38 Jahren in der Kanzlei arbeitet und DLA wie kein anderer nach außen repräsentierte, legt Ende April seine Ämter nieder und scheidet aus der Partnerschaft aus. Knowles will DLA aber als Consultant verbunden bleiben. Neuer Senior Partner und Global Co-Chairman wird der Madrider Corporate-Partner Juan Picon, derzeit noch Managing Director für Europa und den Nahen Osten. (Christine Albert)

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