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29.03.2016 | Autor/in: Norbert Parzinger

Berufseinstieg: Wo das Referendariat als Türöffner funktioniert

Die meisten Referendare und Praktikanten nutzen ihren Aufenthalt dazu, potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen – gerade in Kanzleien. Auch ein Job als wissenschaftlicher Mitarbeiter kann als Türöffner für künftige Associates dienen. Doch zwischen den Kanzleien gibt es große Unterschiede. Azur hat nachgefragt, welche Arbeitgeber vor allem alte Bekannte als Associates rekrutieren – und wo nach dem Referendariat oder Nebenjob alle wieder bei Null anfangen.

Im Marktdurchschnitt haben gut 25 Prozent der Berufseinsteiger in Wirtschaftskanzleien ihren Arbeitgeber schon im Referendariat, als wissenschaftliche Mitarbeiter oder in ähnlichen Konstellationen kennengelernt. Der Anteil der Ex-Referendare und -WiMis an den Neueinstellungen ist allerdings sehr unterschiedlich. An der Spitze der Tabelle stehen hier mehrere mittelgroßer Sozietäten, die ihre Associatemannschaften im vergangenen Jahr ausschließlich mit alten Bekannten verstärkt haben: die Regionalkanzleien Ahlers & Vogel, Brandi und Oppenländer sowie die Düsseldorfer Corporate- und Kartellrechtsboutique Glade Michel Wirtz.

Knapp dahinter folgen schon drei Großkanzleien, die besonders häufig im Kreis ihrer ehemaligen Referendare oder WiMis rekrutieren: Bei Freshfields Bruckhaus Deringer, Hengeler Mueller und Clifford Chance waren 2015 jeweils rund 60 Prozent der First-Year-Associates alte Bekannte. Eine Reihe weiterer Spitzenkanzleien, etwa Gleiss Lutz, Noerr oder Linklaters, schaffen immerhin zwischen 40 und 50 Prozent. Dem Marktdurchschnitt am nächsten kommen Ashurst, Hogan Lovells und Beiten Burkhardt, die jeweils rund ein Viertel Ex-Referendare und -WiMis einstellten.

Einige Kanzleien, die sich ebenfalls stark in der Referendarausbildung engagieren und teils umfangreiche Programme bis hin zur Examensvorbereitung bieten, haben dagegen deutlich weniger Erfolg bei der Rekrutierung im Kreis ihrer jüngsten Alumni: CMS Hasche Sigle oder Latham & Watkins etwa liegen hier etwas unter dem Marktdurchschnitt, bei Baker & McKenzie waren zuletzt sogar nur zehn Prozent der Berufseinsteiger schon als Referendare oder WiMis in der Kanzlei. (Norbert Parzinger)