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23.02.2016 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Neueinstellungen in Kanzleien: Rückschritt für weibliche Associates

Die deutliche Mehrheit der Berufsanfänger in deutschen Wirtschaftskanzleien ist männlich. 2015 lag der Frauenanteil bei den Neueinstellungen deutlicher als zuvor unter dem Prozentsatz der weiblichen Associates, die bereits in den Kanzleien tätig sind.

Laut einer azur-Erhebung bei 78 Wirtschaftskanzleien, darunter 65 der Top 100 umsatzstärksten Einheiten im Markt, waren 2015 nur 38,6 Prozent der Berufseinsteiger weiblich – ein Rückschritt gegenüber dem Vorjahr, als ihr Anteil noch 39,4 Prozent betrug. Damit haben die Kanzleien anteilig erneut weniger Frauen rekrutiert, als schon zur bestehenden Mannschaft gehörten: Der Prozentsatz weiblicher Berufsträger auf Associateebene liegt bei 41,5 Prozent.

Vergleich Frauenanteil

Bemerkenswert ist allerdings, dass der Anteil weiblicher Associates insgesamt – ebenso wie die Frauenquote auf Salary-Partner-Level – über die letzten Jahre sogar leicht gestiegen ist. Während die Kanzleien bei Top-Absolventinnen weniger punkten können als bei männlichen Nachwuchsjuristen, gelingt es ihnen also offenbar, angestellte Anwältinnen länger bei der Stange zu halten.

Das ändert freilich nichts daran, dass Frauen spätestens beim entscheidenden Karriereschritt, dem Aufstieg in die Vollpartnerschaft, unverändert stark im Nachteil sind. Der Frauenanteil unter den deutschen Equity-Partnern liegt seit Jahren fast unverändert bei knapp zehn Prozent. (Norbert Parzinger)

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