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03.02.2016 | Autor/in: Markus Lembeck

Karriere: Osborne Clarke führt neue Hierarchie-Stufen ein

Mehr Karrierestufen, mehr Geld. Das sind zusammengefasst die Ergebnisse, die die Partnerschaft von Osborne Clarke zum Januar beschlossen hat. Das alte Associate-Partner-Modell wurde damit abgeschafft. Ab sofort durchlaufen junge Juristen die Stufen Associate, Senior Associate, Counsel und Partner. Dazu gibt es quer durch alle Senioritätsstufen ein höheres Fixgehalt, auch die Berechnung des Bonus hat sich verändert.

Das Basismodell sieht vor, dass ein Berufseinsteiger vier Jahre Associate ist, bevor er zum Senior Associate ernannt wird. Das bleibt er zwei Jahre. Ab dem siebten Jahr steht der Counsel an, der als Vorstufe zur Partnerschaft gedacht ist und ebenfalls zwei Jahre dauert. Allerdings muss der Counsel-Status nicht in die Partnerschaft münden, sondern kann auch – mit entsprechender Spezialisierung – auf Dauer angelegt sein.

Eher ungewöhnlich ist, dass Anwälte wie beim Counsel auch auf der Stufe des Senior Associates unbefristet bleiben können. Letzteres soll allerdings eine Ausnahme sein. Die Zeitvorgaben des Basismodells können variieren. So ist es möglich, dass besonders erfolgreiche Associates schon nach drei Jahren zum Senior Associate aufsteigen und nach nur einem Jahr Counsel in die Riege der Partner aufgenommen werden. Gleichzeitig kann sich der Karrieretrack auch verlängern, die Associatestufe etwa sechs Jahre dauern.

Gehälter je nach Karrierestufe

An die jeweiligen Stufen sind auch die Gehälter gekoppelt. Osborne Clarke hat für neue Associates nun 10.000 Euro draufgelegt, so dass sie mit 80.000 Euro starten. Ein Gehaltsplus dieser Größenordnung bewilligten zuletzt auch Wettbewerber wie White & Case, Latham & Watkins und Gibson Dunn & Crutcher, die ebenfalls alle 10.000 Euro mehr zahlen als im Vorjahr.

Grundlegend geändert hat sich bei Osborne Clarke die Berechnung des Bonus, der bisher an die individuelle Leistung gekoppelt war. Ab 2016 folgt die Kanzlei einem klaren Lockstep: Die maximale Höhe beträgt im zweiten Berufsjahr 2.500 Euro, im dritten und vierten Jahr 5.000 Euro, Senior Associates erhalten maximal 10.000 Euro, ein Counsel im ersten Jahr 20.000 und im zweiten Jahr 30.000 Euro.

Neue Bonusberechnung

Ob das Maximum erreicht wird, hängt einzig und allein von der Entwicklung der Gesamtkanzlei in Deutschland ab, beispielsweise ob kanzleiweit ein vorher festgesetzter UBT oder eine UBT-Steigerung erreicht wurde. Wie hoch das Ziel sein wird, legt die Partnerschaft jeweils zu Jahresbeginn fest.

Neu ist zudem die Vorgabe für die Erwartung an abrechenbaren Stunden. Osborne Clarke erwartet pro Jahr 2.000 Arbeitsstunden. 1.700 davon sind für Mandatsarbeit und Geschäftsentwicklung vorgesehen, 300 für administrative Tätigkeiten. Damit sind die Zeiten, als die Kanzlei mit 1.300 abrechenbaren Stunden jährlich kalkulierte, endgültig vorbei. Dafür kann jeder Anwalt nach mindestens fünf Jahren Kanzleizugehörigkeit ein Sabbatical einlegen – allerdings nur für einen unbezahlten Monat. Zum nächsten Sabbatical müssen dann erst zwei Jahre Arbeit ins Land gegangen sein. (Eva Flick)