News
23.02.2016 | Autor/in: Norbert Parzinger

Kanzleien: Frauenanteil stagniert bei knapp 30 Prozent

Der Frauenanteil in deutschen Wirtschaftskanzleien ist auch 2015 nur marginal gestiegen und liegt weiter knapp unter 30 Prozent. Völlig unverändert blieb der Anteil der Equity-Partnerinnen, der seit Jahren keine zehn Prozent ausmacht. Dies ergab eine azur-Erhebung bei 78 Kanzleien, darunter 65 der 100 umsatzstärksten Sozietäten im deutschen Markt.

Minimal aufwärts ging es mit der Zahl der weiblichen Associates. Inzwischen sind 41,5 Prozent der Anwälte auf dieser Karrierestufe Frauen, im Vorjahr waren es 40,8 Prozent. Dafür entwickelte sich der Frauenanteil auf Salary-Partner-Level, der in den letzten Jahren konstant zugenommen hatte, zuletzt nur noch seitwärts: Zwischen 2011 und 2014 war der Anteil weiblicher Non-Equity-Partner von 20,8 auf 25,7 Prozent gestiegen. 2015 lag er fast unverändert bei 25,5 Prozent.

Fehlende Vorbilder

Quelle: azur-Erhebung bei 78 Wirtschaftskanzleien, darunter 65 der Top-100 umsatzstärksten Kanzleien 2014/15

Dass Frauen zumindest diesen Karrieresprung öfter schaffen als früher, dürfte zum bislang größten Fortschritt in puncto Chancengleichheit beitragen: Den Kanzleien gelingt es offenbar, ihre jungen Anwältinnen länger zum Bleiben zu bewegen als noch vor ein paar Jahren. Obwohl seit 2013 durchgehend unter 40 Prozent weibliche Berufsanfänger eingestellt wurden (mehr…), stieg währenddessen der durchschnittliche Frauenanteil auf Associateebene leicht an.

Beim zentralen Karriereschritt, der Ernennung zum Vollpartner, ergibt sich dagegen seit Jahren dasselbe Bild: Hier sind Frauen weiter gravierend im Nachteil. Rein rechnerisch hat ein männlicher First-Year-Associate auch heute noch eine sechsmal so hohe Chance, zum Equity-Partner aufzusteigen wie eine frischgebackene Rechtsanwältin. (Norbert Parzinger)