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05.02.2016 | Autor/in: Markus Lembeck

Aufstieg begrenzt: Großkanzleien ernennen weniger Vollpartner

Die 50 umsatzstärksten Sozietäten hierzulande haben zum Jahresbeginn 2016 deutlich weniger Anwälte aus den eigenen Reihen in ihre Equity-Partnerriegen aufgenommen als vor Jahresfrist. Dies ergab eine aktuelle JUVE-Umfrage. In den 28 Kanzleien, die aus dem genannten Kreis zum Januar ihre Partnernennungen vornehmen, stiegen lediglich 44 Anwälte zum Equity-Partner auf, im Vorjahr waren es noch 51 Neupartner. Dies bedeutet einen Rückgang um rund 14 Prozent. Noch deutlicher fällt der Rückgang beim ohnehin sehr geringen Anteil weiblicher Neupartner aus.

Wurden in den 28 Kanzleien zum Jahresbeginn 2015 noch sieben Frauen zur Equity-Partnerin ernannt (14 Prozent), waren es jetzt gerade einmal vier (9 Prozent). Dabei beförderten überhaupt nur zwei Sozietäten Frauen zu Partnerinnen – GSK Stockmann + Kollegen gleich drei und White & Case eine. Insgesamt verteilten sich die Partnernennungen zum Januar auf 16 Kanzleien, 2015 waren es noch 18.

Nächste Runde im Mai

Damit entschied sich nur etwas mehr als die Hälfte der Sozietäten, die ihre Partnerbeförderungen aus den eigenen Reihen traditionell zum Jahreswechsel vornehmen, diese Möglichkeit auch tatsächlich zu nutzen. Dazu kommt auf jeden Fall noch eine weitere Sozietät: Görg ernennt neue Partner im Frühjahr. Auch Kapellmann ernennt ihre Partner rückwirkend zum Januar, im vergangenen Jahr waren es vier.

Die nächste Partnerernennungsrunde zahlreicher Sozietäten steht bereits zum Mai an, bei Sozietäten, deren neues Geschäftsjahr zu diesem Zeitpunkt beginnt. Darunter sind vor allem große britische Sozietäten wie etwa aus dem Kreis der zehn umsatzstärksten hierzulande die Magic-Circle-Kanzleien Allen & Overy, Clifford Chance, Linklaters und Freshfields Bruckhaus Deringer. Im vergangenen Jahr hatten alle vier Equity-Partner ernannt.

CMS und Noerr haben je fünf neuen Partner

Ihre Konkurrenz aus dem Kreis der zehn bis dato umsatzstärksten Kanzleien hat zum Januar in Sachen Partnerernennungen recht gut vorgelegt, denn CMS Hasche Sigle und Noerr ernannten jeweils gleich fünf Partner und Gleiss Lutz immerhin zwei. CMS und Noerr bilden zusammen mit der weit weniger umsatzstarken GSK Stockmann + Kollegen und der Versicherungs-Spezialkanzlei BLD Bach Langheid Dallmayr das Quartett der Spitzenreiter im zwischenzeitlichen Ranking für Partnerernennungen 2016. GSK und BLD beschäftigen mit jeweils rund 140 Anwälten allerdings deutlich weniger Berufsträger als CMS (560) und Noerr (360).

Während nach der aktuellen Momentaufnahme die Zahl der Partnerernennungen zurückging, verteilten sich diese zumindest in fachlicher Richtung gleichmäßiger. Stellten 2015 noch die Corporate-Praxen knapp 30 Prozent der Neupartner, sind es nun nur noch rund 20 Prozent. Auf dem Vormarsch waren weiter die Praxen für IP/IT sowie Immobilien, die kaum weniger Neupartner stellten. (René Bender)