News
15.12.2015 | Autor/in: Markus Lembeck
Themen in dieser Nachricht:

Partnervergütung: Kanzleien diskutieren über Gewinnverteilung

Die internationalen Großkanzleien Clifford Chance und Freshfields Bruckhaus Deringer haben es bereits vorgemacht – bei Linklaters dagegen wird es Veränderungen im Vergütungssystem für die Partner vorerst nicht geben. Dies ist das Ergebnis einer Diskussion der weltweiten Partnerversammlung der Kanzlei.

Schon im kommenden Jahr könnten die Karten aber neu gemischt werden. Im Januar übernimmt ein neuer Managing-Partner das Ruder, zudem wird zum September ein neuer Senior Partner gewählt. Insofern dürfte die Diskussion darüber, ob ein reiner Lockstep nach wie vor die beste Lösung ist, auch bei Linklaters nur vertagt sein.

Beim reinen Lockstep wird der Gewinn, den eine Kanzlei erwirtschaftet, nach Punkten unter den Partnern verteilt. Je mehr Punkte ein Partner hat, desto mehr Geld bekommt er ausgezahlt. Und je länger ein Partner einer Lockstep-Kanzlei angehört, desto höher ist sein Punktestand. Grundgedanke dieses Verteilungssystems ist es, finanzielle Rivalitäten unter den Partnern einer Kanzlei zu unterbinden, da sie im Lockstep nicht direkt nach den Umsätzen in einzelnen Mandaten bezahlt werden.

Punktesystem flexibel gemacht

Die Konkurrentinnen Clifford Chance und Freshfields Bruckhaus Deringer hatten ihre Lockstepsysteme zuletzt aufgebrochen, um insbesondere in den USA attraktiver für außergewöhnlich starke – und teure – Quereinsteiger zu werden. Clifford erweiterte dafür ihre Punkteskala, Spitzenpartner können nun anstelle von 100 Punkten bis zu 115 beziehungsweise 130 Punkte erreichen und entsprechend mehr Gewinne entnehmen. Die Änderungen dürften auch eine Reaktion auf mehrere schmerzhafte Abgänge von renommierten Partnern sein.

Freshfields hatte ihren Lockstep mit Blick auf Expansionsbestrebungen in den USA zuletzt ebenfalls flexibler gestaltet, und mit Allen & Overy diskutiert eine weitere Magic-Circle-Adresse über stärkere Aufstiegsbarrieren im Lockstep, sogenannte Gates. Eine solche Barriere, die nur bei Erreichen eines bestimmten Umsatzes überschritten wird, gibt es bisher bereits bei 20 Punkten. Durch zusätzliche Hürden bei 30 und 40 Punkten würde die Kanzlei den Wert jedes Punktes faktisch weiter erhöhen. (Marc Chmielewski)