Magazin-Artikel
20.10.2015 | Autor/in: Eva Flick

JUVE Insider: Der MBA lohnt sich

Ein Beitrag aus dem azur Karrieremagazin 2/2015

Ein Beitrag aus dem azur Karrieremagazin 2/2015

Ein Kommentar von Eva Flick (aus azur 2/2015).

Die volle juristische Kriegsbemalung ist mit dem Doktortitel vor dem Namen noch nicht komplett. Es stimmt zwar, dass die Promotion manches möglich macht, weil Herr oder Frau Doktor bewiesen habe, ganz dicke juristische Bretter bohren zu können. Der Nachweis, international bewandert zu sein, fehlt damit allerdings noch. Viele Juristen entscheiden sich deswegen für ein LL.M.-Studium, nur wenige dagegen für einen MBA. Dabei hat gerade der enorme Vorteile.

Ein MBA-Studium vermittelt vieles, was Wirtschaftskanzleien und Unternehmen gebetsmühlenartig von ihrem juristischen Nachwuchs fordern: unternehmerisches Verständnis beispielsweise. Es ist zwar richtig, der MBA kostet viel Mühe, viel Geld und – in Vollzeit genossen – meist ein ganzes Jahr Zeit, in der Mandanten und das Privatleben weit hinten stehen. Das gilt jedoch mitunter auch für ein LL.M.-Studium, vor allem an US-Law-Schools.

Betriebswirtschaft und Management

Entscheidende Vorteile dagegen sind beim MBA: Juristen setzen sich intensiv mit betriebswirtschaftlichen Fragen auseinander. Sie lernen Managementfähigkeiten und letztlich die Sicht ihrer späteren Mandanten kennen. Wer Unternehmen berät, sollte tunlichst in der Lage sein, eine Bilanz lesen zu können – vor allem wenn er sich im Transaktionsgeschäft tummelt. Dass die meisten MBA-Stundenpläne ausdrücklich die Verbesserung von Soft Skills vorsehen, schadet Juristen auch nicht. Ihr Studium ist schließlich noch immer durch Einzelkampf statt Teamwork geprägt.

Der größte Vorteil – und den bringt nur der MBA in dem Ausmaß mit sich – ist unbezahlbar. Der MBA verbindet mit aus Anwaltssicht entscheidenden Leuten. Jeder Absolvent einer namhaften MBA-School ist Mitglied eines riesigen Alumni-Netzwerkes. Das gilt zwar auch für den LL.M., der zudem ebenfalls der Nachweis ist, sich auf Englisch intensiv mit internationalem Recht beschäftigt zu haben.

Allerdings bleiben beim LL.M. die Juristen meist unter sich. Das Netzwerk nach einem MBA besteht zum größten Teil jedoch aus Entscheidungsträgern in  Unternehmen, also potenziellen Mandanten. Anwälte mit dem MBA auf der Visitenkarte laufen bei anderen MBA-Absolventen in Unternehmen stets offene Türen ein. Auch viele Arbeitgeber haben diesen Vorteil inzwischen erkannt. Nicht wenige von ihnen sind deswegen bereit, einen Teil der Kosten zu über­nehmen. Die juristische Kriegs­bemalung ist damit vollendet.

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