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01.10.2015 | Autor/in: Norbert Parzinger

Associategehälter: Auch Latham & Watkins stockt auf

In die Associategehälter auf dem deutschen Anwaltsmarkt kommt wieder Bewegung. Kurz nach der Ankündigung von White & Case, zum Jahreswechsel eine neue Gehaltsstruktur einzuführen, hat Latham & Watkins bekanntgegeben, die Associategehälter zum Oktober zu erhöhen. Berufsanfänger erhalten nun 110.000 statt wie bisher 100.000 Euro. Damit setzt sich Latham von Wettbewerbern wie Freshfields Bruckhaus Deringer oder Linklaters ab, die bisher gleichauf lagen.

Für die folgenden Berufsjahre fällt die Steigerung bei Latham etwas geringer aus: Die Festgehälter steigen von 110.000 auf 118.000 Euro im zweiten und von 120.000 auf 125.000 Euro im dritten Berufsjahr. Hinzu kommen Boni, die bei Latham eine größere Bedeutung als bei vielen anderen Kanzleien haben und traditionell recht hoch sind. Sie hängen sowohl von individueller Leistung als auch vom Kanzleierfolg insgesamt ab. An diesem System soll sich bis auf Weiteres nichts ändern.

Hatten sich die Wirtschaftskanzleien in Deutschland 2011 und 2012 noch einen veritablen Wettlauf um die höchsten Associategehälter geliefert, war seither Ruhe eingekehrt. Als bislang letzte größere Kanzleien erhöhten Luther und P+P Pöllath + Partners Ende 2014 ihre Einstiegsgehälter, im Marktdurchschnitt veränderte sich das Anfangsgehalt für Spitzenabsolventen aber kaum noch. Dass mit Latham nun eine der größeren Einheiten im deutschen Markt substanziell mehr bezahlen will als bisher, könnte Signalwirkung haben.

Dollarstärke bringt Sullivan & Cromwell an die Tabellenspitze

An der Spitze des Felds stand in Deutschland bislang Milbank Tweed Hadley & McCloy, die ihren Berufsanfängern einheitlich 125.000 Euro bezahlt. In den vergangenen Monaten zog dank des starken Dollarkurses allerdings eine andere US-Kanzlei an Milbank vorbei: Sullivan & Cromwell bezahlt ihren Associates im ersten Berufsjahr weltweit einheitlich 160.000 US-Dollar. Im Mittel der letzten zwölf Monate entspricht dies rund 140.000 Euro, hinzu kommen variable Boni. Auch in den USA zählt Sullivan damit nach wie vor zu den Spitzenzahlern. Das höchste Einstiegsgehalt bietet dort laut der Branchenpublikation ‘Above the Law’ allerdings die Washingtoner Litigationboutique Williams & Connolly, die Berufseinsteigern seit Kurzem 200.000 US-Dollar zahlt. (Norbert Parzinger)

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