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29.09.2015 | Autor/in: Markus Lembeck
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WP-Kanzleien: Rechtsberatung mit gebremstem Umsatzwachstum

Das jahrelange Umsatzwachstum der großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften im Anwaltsmarkt scheint vorerst gestoppt. Von den fünf größten aus diesem Kreis, KPMG, PricewaterhouseCoopers, Ernst & Young, Deloitte und BDO, steigerte lediglich PwC Legal ihr Geschäft deutlich. Die anderen konnten ihre massiven Zuwächse nicht wiederholen. Tatsächlich pendelten sich die Umsätze auf dem Stand des Vorjahres ein beziehungsweise fielen sogar etwas ab.

Die Ausnahme bildet PwC Legal. Nach Stagnation im Vorjahr steigerten die PwC-Rechtsberater ihre Einnahmen um 14,6 Prozent und verbuchten einen Umsatz von 63,6 Millionen Euro. Die Kanzlei erregte in den vergangenen Monaten mit einer Reihe namhafter Quereinsteiger Aufsehen. So holte sie unter anderem den Energierechtsexperten Dr. Boris Scholtka, den langjährigen Managing-Partner von Mayer Brown und Finanzanwalt Dr. Jörg Wulfken sowie den Corporate-Partner Dr. Nikolaus Schrader von Freshfields Bruckhaus Deringer. Diese Zugänge wirkten sich aufgrund der Kürze der Zeit jedoch noch nicht auf das Geschäft von PwC Legal aus.

Personalzahlen 2014/15
  Anwälte Neueinstel-
lungen 2014
Geplante Neu-
einstellungen 2015
KPMG Law 242 33 30
PwC Legal 199 40 40
Deloitte Legal 95 19 20-25
EY Law 93 17 11-15
BDO Legal 55 10 10-14

Nach den azur100-Zahlen des letzten Jahres (siehe Tabelle) ist PwC Legal in personeller Hinsicht die am stärksten wachsende Kanzlei aus diesem Segment. Nach 40 Neueinstellungen im Jahr 2014 planten die PwC-Rechtsberater auch im laufenden Jahr ein Wachstum um 40 Köpfe. Noch ist KPMG Law die größte Kanzlei mit WP-Hintergrund.

Allerdings sanken die Einnahmen von KPMG Law erstmals seit Gründung der Gesellschaft vor sieben Jahren. Die Kanzlei büßte 6,5 Prozent an Umsatz ein und ist mit rund 62 Millionen Euro nur noch die zweitstärkste WP-Anwaltsgesellschaft im Lande. Selbst ein klares Wachstum in den Kerngebieten Corporate/M&A und Arbeitsrecht konnte den Umsatzrückgang nicht verhindern, der auf die seit Anfang des Jahres drastisch zurückgegangene Nachfrage nach steuerlicher Selbstanzeigeberatung zurückzuführen ist.

EY Law als drittgrößte WP-Kanzlei nach Umsatz hielt diesen bei rund 36 Millionen Euro stabil, litt aber wie KPMG Law unter dem sinkenden Beratungsgeschäft mit Selbstanzeigen.

Deloitte Legal schaffte dagegen erstmals nach ihrer Neuaufstellung seit Mitte 2012 den Sprung über die 20-Millionen-Euro-Marke. Im Vorjahr hatte sie noch rund 19 Millionen Euro verbucht. Auch Deloitte Legal zeichnete sich in den vergangenen Monaten durch das offensive Werben um Quereinsteiger aus. Erst vor Kurzem meldete sie den Einstieg des bekannten Finanzanwalts und bisherigen Leiters der Bankaufsichtsrechts-Praxis von DLA Piper, Mathias Hanten.

Die kleinste und jüngste Einheit im Quintett der großen deutschen WP-Gesellschaften, BDO Legal, kam nach einem Umsatzrückgang von knapp 8 Prozent auf 10,7 Millionen Euro. Sie landete damit auf Platz 99 im aktuellen JUVE-Ranking der 100 größten Kanzlei Deutschlands. (Jörn Poppelbaum, Markus Lembeck)

Mehr über die Geschäftsentwicklung im Jahr 2014/15 online auf der JUVE-Seite.