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17.09.2015 | Autor/in: Markus Lembeck

White & Case: Transparentere Gehaltsstruktur, längerer Weg bis zum Local-Partner

White & Case vereinfacht das System ihrer deutschen Associate-Gehälter und verlängert den Karriereweg bis zum Status des Local-Partners. Ab Januar 2016 erhalten Berufseinsteiger statt maximal 100.000 Euro diese Summe pauschal, in den weiteren Berufsjahren gibt es einheitliche Gehaltssteigerungen. Dafür ist der Aufstieg zum Local-Partner erst ab dem siebten statt wie bisher ab dem fünften Berufsjahr möglich.

Mit diesen Änderungen sorgt White & Case als eine von wenigen Kanzleien für etwas Bewegung im zuletzt sehr statischen Gehältermarkt. Allerdings vollzieht sie damit lediglich einen Schritt nach, den eine Reihe von Wettbewerber schon länger hinter sich gebracht haben. Kanzleien wie Gleiss Lutz oder Taylor Wessing verabschiedeten sich im Lauf der letzten Jahre von den vorher üblichen Gehaltsspannen, die gerade unter den White & Case-Associates immer wieder Kritik auf sich zogen. Nun bietet auch White & Case pro Berufsjahr einheitliche Festgehälter. Im zweiten Jahr verdienen die Anwälte künftig 110.000 Euro, im dritten 120.000, im vierten 130.000, im fünften 150.000 und im sechsten Berufsjahr 160.000 Euro.

Reaktion auf Kritik der Associates

Zuletzt hatte White & Case 2013 nachgebessert und nach dem Vorbild zahlreicher Wettbewerberkanzleien ihr Einstiegsgehalt um 10.000 Euro angehoben, zugleich aber das bis dahin übliche feste Associate-Lockstep ab dem zweiten Berufsjahr durch stärker leistungsabhängige Gehaltssteigerungen ersetzt. Dieses von Associates oft als intransparent kritisierte Modell, auf das seit einigen Jahren auch Kanzleien wie etwa Baker & McKenzie setzen, greift bei White & Case jetzt erst ab dem vierten Berufsjahr. Hier knüpft die Sozietät die fixen Gehälter an das Erfüllen bestimmter Kriterien, darunter Eigeninitiative und personelle Verantwortung. An der Bemessung der Boni, die Anwälte ab dem zweiten Jahr zusätzlich erhalten können, ändert sich nichts.

Local-Partner-Status aufgewertet

Gleichzeitig verlängert sich der Weg bis zum Local-Partner-Status, der in etwa dem eines Salary-Partners bei vielen Wettbewerbern entspricht, von fünf auf sieben Jahre. Damit schreibt die Kanzlei fest, was sich in den letzten Jahren bereits abgezeichnet hatte: Statt möglichst viele Junganwälte zum Local-Partner zu befördern, wie bis etwa 2010 üblich, will die deutsche Praxis den Local-Partner stärker als unmittelbare Vorstufe zur internationalen Partnerschaft positionieren. Über die letzten drei Jahre hatte die Kanzlei ihre Local-Partner-Riege bereits von 60 auf 35 dezimiert – ein Minus von gut 40 Prozent. Die Zahl aller Anwälte in Deutschland sank im gleichen Zeitraum nur um rund 12 Prozent von etwa 240 auf 210. (René Bender, Norbert Parzinger)

 

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