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07.09.2015 | Autor/in: Markus Lembeck

USA: Zu wenig Jobs für Law-School-Absolventen

Beinahe die Hälfte der frischgebackenen US-Juristen findet nach der Law School und dem Bar Exam keine adäquate Beschäftigung. Nur 60 Prozent von ihnen gelingt es, eine fachlich passende Vollzeitstelle ohne Befristung zu ergattern. Dieser Trend aus dem Vorjahr hat sich auch bei den Absolventen des Jahres 2014 bestätigt.

Zwar schrieben sich 2014 nur noch 38.000 Studierende für Jura ein, deutlich weniger als 2010. Damals gab es noch 52.000 Anfänger. Doch für den stagnierenden Juristenarbeitsmarkt in den USA werden weiterhin zu viele Absolventen ausgebildet. Auf den Realitätssinn der Studenten kann man sich nicht unbedingt verlassen, viele glauben immer noch, dass sie zu den wenigen Glücklichen gehören werden, die einen der lukrativen Anwaltsposten in New York oder einer anderen Metropole ergattern können.

Wenn schon der Arbeitsmarkt nicht besonders gut funktioniert – haben die Law Schools einen Anreiz, sich an diese Lage anzupassen? Nein, schreibt Steven Harper, Autor des Buches ‚The Lawyer Bubble‘ und früher Partner bei der Kanzlei Kirkland & Ellis, in einem Beitrag für die ‚New York Times‘. Bemerkenswert sei, dass die Ausbildungsstätten ihre Gebühren für Jurastudenten regelmäßig erhöht haben. Da viele Studenten staatliche Darlehen in Anspruch nehmen, können sie die hohen Gebühren erst einmal bezahlen.

Nach dem Abschluss steigt aber der finanzielle Druck auf die Nachwuchsanwälte. Im Durchschnitt 127.000 US-Dollar Schulden hat ein Jura-Absolvent, der an einer privaten Law School studiert hat, umgerechnet 114.000 Euro. Die Abgänger der staatlichen Hochschulen sind mit  umgerechnet 79.000 Euro Schulden etwas besser dran. Allerdings ist die Verschuldung gerade bei Letzteren besonders stark gestiegen, nämlich um 34 Prozent seit 2006. Bei den Privathochschulabsolventen lag die Steigerung im gleichen Zeitraum bei 25 Prozent. (Markus Lembeck)

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