News
25.08.2015 | Autor/in: Norbert Parzinger

Greifswald: Genderpreis für juristische Seminararbeit

Die Greifswalder Jurastudentin Sarah Baudis hat für ihre Seminararbeit zum Thema Intersexualität einen von zwei Genderpreisen der Universität erhalten. Die Auszeichnungen, bislang als Universitätspreise bezeichnet, werden seit 2006 für Arbeiten vergeben, die die Geschlechterperspektive in besonderer Weise berücksichtigen.

Baudis‘ Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema „Intersexualität als Rechtsproblem“. Kinder, die ohne eindeutige Geschlechtsmerkmale geboren werden, würden auch heute noch bald nach der Geburt zum Mädchen oder Jungen operiert, so die Preisträgerin. Immerhin sei dazu inzwischen die Zustimmung der Eltern erforderlich. Betroffene kritisierten das Vorgehen allerdings heftig und forderten, dass Operationen erst bei Volljährigkeit und auf ihr eigenes Verlangen erfolgen sollten.

Die Studentin, so die Begründung der Jury, habe das Thema eigenständig juristisch aufgearbeitet und einen „eigenen, neuen und innovativen Lösungsansatz“ formuliert. Gleichzeitig mit Baudis wurde die Historikerin Lydia Krasemann für ihre Examensarbeit über die Prinzessin Gisela von Bayern ausgezeichnet. (Norbert Parzinger)