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28.07.2015 | Autor/in: Norbert Parzinger
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Frankfurt: Volkswagen-Stiftung unterstützt Projekt zum öffentlichen Finanzrecht

Der Jurist Dr. Matthias Goldmann von der Universität Frankfurt/Main wird für sein Forschungsprojekt ‚Stability Through Deliberation: Finance and Public Law‘ von der Volkswagen-Stiftung mit einer ‚Freigeist Fellowship‘ gefördert. Er ist der einzige Jurist unter acht Nachwuchsforschern, die insgesamt 5,3 Millionen Euro erhalten.

Goldmann kann nun mit einem Team zu einem weltpolitischen Leitthema der letzten Jahre forschen: den Wechselbeziehungen rechtlicher Regeln und wirtschaftswissenschaftlicher Ansätze. Der Jurist geht davon aus, dass das Recht zur Strukturierung von Entscheidungsprozessen dient, und will mit internationaler, über mehrere Jahrzehnte ausgreifender Perspektive eine „Prinzipienlehre des öffentlichen Finanzrechts erarbeiten, die dabei helfen könnte, das Finanzwesen in einer demokratischen Marktwirtschaft zu stabilisieren“.

Das Förderungskonzept der Stiftung sieht vor, dass die geförderten Teams fünf Jahre lang an ihren Themen arbeiten. Die Teamleiter sollen je nach universitärem Umfeld nach Entgeltgruppe 14 oder 15 der jeweiligen Landestarifvereinbarungen (TV-L) bezahlt werden, Doktoranden und Postdocs auf Teilzeit nach TV-L 13. Insgesamt veranschlagt die Stiftung rund eine Million Euro pro Forschungsprojekt, einen Teil steuern auch die jeweiligen Universitäten bei.

‚Freigeist Fellowships‘ hatte die Stiftung erstmals 2013 ausgeschrieben. Dabei waren promovierte Forscher gesucht, die „sich zwischen etablierten Forschungsfeldern bewegen und risikobehaftete Wissenschaft betreiben möchten“. Gefordert waren von Thema und Methodik her originelle Projekte, die nicht nur den „nächsten logischen Schritt“ in den Grenzen konventioneller Disziplinen vollziehen, sondern „überraschende Perspektivwechsel“ und „visionäres Potenzial“ bieten wollten – auch mit dem Risiko, „grandios zu scheitern“. Die Fellowships werden einmal jährlich ausgeschrieben, für die aktuelle Runde gingen 156 Bewerbungen ein.

Die Volkswagen Stiftung fördert mit einem Jahresbudget von rund 150 Millionen Euro wissenschaftliche Projekte aller Disziplinen. Das Stiftungskapital, derzeit rund 2,9 Milliarden Euro, stammt ursprünglich aus dem Verkauf bundes- und landeseigener Anteile am Volkswagen-Konzern 1962 und den seither erwirtschafteten Dividenden der restlichen VW-Aktien im Besitz der öffentlichen Hand. (Norbert Parzinger)