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24.03.2015 | Autor/in: JUVE Student

Österreich: Nur wenige Kanzleien winken mit hohen Gehältern

Ähnlich wie in Deutschland haben sich im Vergleich zum Vorjahr die Gehälter für Berufseinsteiger in Österreich kaum verändert. 42.000 Euro ist für viele Kanzleien die Schallmauer.

Die JUVE-Redaktion hat für das in Österreich erscheinende JUVE Magazin die Vergütung der angehenden Anwälte, der sogenannten Konzipienten, recherchiert.  Die Bezahlung direkt nach dem Studienabschluss liegt in der Regel zwischen 28.000 Euro und 42.000 Euro pro Jahr, berechnet aus 14 Monatsgehältern. Das höchste Fix-Gehalt zahlt aktuell PHH Prochaska Havranek, eine breit aufgestellte, mittelgroße Kanzlei. 3.300 Euro bekommen Berufseinsteiger bei ihr pauschal ab dem ersten Monat.

GeldsackAnders als in Deutschland beginnt nach dem Studienabschluss die Phase der Rechtsanwaltsanwärterschaft. Diese dauert fünf Jahre und beinhaltet die sogenannte Anwaltsprüfung. Wegen der Dauer, ihres geringeren Alters, aber auch aufgrund ihrer engen Einbindung in den anwaltlichen Berufsalltag sind die Konzipienten nicht mit deutschen Referendaren vergleichbar.

Mehr Gehalt bei Zusatzqualifikationen

Die Grenze von 42.000 Euro jährlich ist wie im Vorjahr intakt. Oberhalb konkurrieren nur wenige, dann aber mit einer großen Spannbreite abhängig von Zusatzqualifikationen. Freshfields Bruckhause Deringer, Baker & McKenzie sowie Taylor Wessing, aber auch nationale Großkanzleien wie Binder Grösswang oder Dorda Brugger Jordis bieten Berufseinsteigern zwischen rund 50.000 Euro im ersten Jahr und bis zu 70.000 Euro kurz vor ihrer Rechtsanwaltsprüfung. Zusatzqualifikationen wie ein Doktortitel oder Erfahrung als Universitätsassistent können jedoch auch bei anderen Einheiten das Jahresgehalt schnell auf bis zu 56.000 Euro hochtreiben.

Die meisten Wirtschaftskanzleien haben keine Ambitionen, oberhalb der Schallmauer um die Berufsanfänger zu konkurrieren. Stattdessen sollen andere Faktoren dabei helfen, die Verweildauer von Konzipienten zu erhöhen. Den meisten Kanzleien ist bewusst, dass der Bruttolohn für viele Absolventen nur ein Faktor unter mehreren ist.

Andere Argumente als Geld

Viele Berufseinsteigen legen heute großen Wert auf Work-Life-Balance und familienfreundliche Arbeitszeiten. „Mittelgroße Strukturen liegen beim Gehalt für Einsteiger vielleicht etwas zurück, aber vor allem Partnerchancen und ein familiäres Arbeitsklima machen das mehr als wett“, meint Philip Vondrak von Grama Schwaighofer Vondrak. Die Kanzlei, die 2011 als Ausgründung ehemaliger Anwälte von DLA Piper startete, liegt mit einem Gehalt für Berufseinsteiger zwischen 35.000 und 42.000 Euro im Mittelfeld. (Geertje de Sousa, Anika Verfürth)