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25.11.2014 | Autor/in: Markus Lembeck
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Jurastudierende: Einkommen und Karriere sind prägende Studienmotive

Geld und beruflicher Aufstieg sind für angehende Juristen die wichtigsten Studienmotive. Sie fordern eine engere Kooperation der Hochschulen mit der Wirtschaft, allerdings finden sie die in den Studienordnungen festgeschriebenen Praktikumszeiten nur wenig nützlich.

Zu diesen Ergebnissen kommt der 12. Studierenden-Survey, den Hochschulforscher der Universität Konstanz im Auftrag des Bundesbildungsministeriums durchgeführt haben. Für die Studenten im Fach Rechtswissenschaften ergibt sich ein eher unangenehmes Bild.

Die beinahe zwingende Notwendigkeit, eine gute Note zu erzielen, führt nicht nur zu Prüfungsangst und einem Gefühl der Überforderung. Der Druck führt auch zu starker Konkurrenz. Knapp die Hälfte der Jurastudierenden meint, sie studiert eher gegeneinander als miteinander. Dies äußert sich auch in dem Wunsch, den Zugang zum Jurastudium stärker zu begrenzen.

Wichtige Studienergebnisse im Einzelnen:

  • Studienmotiv: Einkommen und Karriere besitzen in den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften größere Wichtigkeit als ein sicherer Arbeitsplatz oder eine passende Begabung.
  • Berufswahl: Die Vielfalt der beruflichen Möglichkeiten spielt für die Studierenden der Wirtschafts- (68 Prozent) und Rechtswissenschaften (67 Prozent) sowie der Medizin (62 Prozent) eine sehr wichtige Rolle für ihre Studienentscheidung. Jurastudierende fordern auffällig stark Kooperationen zwischen den Hochschulen und der Wirtschaft.
  • Praktikum: Den größten Nutzen eines Praktikums sehen Studierende der Sozialwissenschaften, den geringsten Nutzen Studierende der Rechtswissenschaft.
  • Leistungsanspruch: Studierende der Rechtswissenschaften berichten häufig von Überforderungen, insbesondere hinsichtlich der Arbeitsintensität. Sie haben mit Abstand am meisten Schwierigkeiten mit den leistungsbezogenen Merkmalen ihres Fachs, wobei für sie die allgemeinen Leistungsanforderungen sogar noch problematischer sind als die Prüfungsvorbereitungen: 76 Prozent der Studierenden bereiten die Leistungsansprüche größere Probleme, 69 Prozent die Prüfungsvorbereitungen.
  • Prüfung: Die Examensnote ist für 91 Prozent der Studierenden in den Rechtswissenschaften von großer Bedeutung, deutlich häufiger als in anderen Fächern.
  • Prüfungsangst: Studierende der Rechtswissenschaften haben mit Abstand am häufigsten Sorgen darüber, ob sie ihr Studium schaffen; sie berichten auch am häufigsten von Prüfungsangst (37 Prozent).
  • Abschluss: Examensorientiert sind vor allem Studierende der Rechtswissenschaften, für 77 Prozent ist ein guter Abschluss wichtig.
  • Arbeitseinsatz: Einen hohen Arbeitseinsatz leisten vor allem die Studierenden in der Medizin (51 Prozent), viel seltener in den Rechtswissenschaften (27 Prozent), trotz hoher Effizienzorientierung.
  • Förderung: In den Rechtswissenschaften wird besonders die Autonomie und das Lösen von Problemen gefördert, weniger die Teamfähigkeit, Interdisziplinarität und soziales Verantwortungsbewusstsein.
  • Abgrenzung: Konkurrenz unter Studierenden ist vor allem in den Rechtswissenschaften ein wichtiges Thema. 45 Prozent von ihnen registrieren hier starke Konkurrenz.
  • Ausgrenzung: Angehende Juristen fordern mit am häufigsten Auswahlgespräche, die Feststellung der Studieneignung und verfechten am meisten unter allen Studierenden die generell strengere Auswahl zum Hochschulstudium (16 Prozent: „sehr wichtig“). (Markus Lembeck)

Die Studie im Internet:
http://www.bmbf.de/pub/12._Studierendensurvey_Langfassung_bf.pdf